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360-Grad-Film “Limbo” zeigt die geisterhafte Welt von 3D-Scans

von Tomislav Bezmalinovic5. Juli 2017

Im Vereinigten Königreich warten derzeit mehr als 30.000 Menschen auf einen positiven Asylbescheid. Ein 360-Grad-Video der britischen Tageszeitung The Guardian zeichnet deren Situation nach.

Der Guardian besitzt eine VR-Abteilung, die schon seit längerem mit Berichterstattung in 360-Grad experimentiert und in regelmäßigen Abständen sehenswerte VR-Filme veröffentlicht. Einer davon steckt den Zuschauer während neun Minuten in eine Zelle, um Isolationshaft zu simulieren. Ein anderer lässt nacherleben, wie ein Baby die Welt wahrnimmt.

Die neuste VR-Erfahrung namens “Limbo” greift die Flüchtlingsthematik auf. Für den Film wurden Asylsuchende aus zwölf verschiedenen Ländern befragt. Ihre Stimmen lassen den Zuschauer an der Innenwelt der Flüchtlinge teilhaben: vom Gefühl, in einer fremden Stadt zu leben, über die Sorge nach Verwandten und Freunden, die zurückbleiben mussten, bis hin zur Angst, abgeschoben und zurückgeschickt zu werden.

Eindrucksvolle 3D-Scans

Viele Asylsuchende warten mehr als ein halbes Jahr auf ihren Bescheid und müssen während dieser Zeit von fünf Pfund pro Tag leben. Arbeit ist ihnen untersagt. Limbo will die Unsicherheit und die gesellschaftliche Isolation, in der diese Menschen leben, ein Stück weit erfahrbar machen.

Bemerkenswert ist die visuelle Gestalt des knapp 9-minütigen Films, für die ScanLAB Projects verantwortlich zeichnet. Das britische Studio hat sich der Digitalisierung der Welt verschrieben und erstellt 3D-Scans von Objekten, Ereignissen, Städten und Landschaften. Die geisterhafte, transparente Bilderwelt von Limbo besteht aus nichts weiter als Punktewolken, die mit von Hilfe Lidar-Scannern erstellt wurden.

Den Film kann man sich ab sofort bei Youtube ansehen. Die übrigen 360-Grad-Produktionen des Guardian findet man hier.

| Featured Image & Source: The Guardian

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