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360-Video zeigt die Welt durch die Augen eines autistischen Kindes

von Matthias Bastian10. Juni 2016

Ein großes Versprechen von Virtual Reality ist, dass man die Welt durch die Sinne anderer Menschen erleben kann – vorerst sind das hauptsächlich die Augen und Ohren. Das soll Empathie und Verständnis erzeugen und im Optimalfall zu einer Verhaltensänderung führen, sodass benachteiligten Menschen im Alltag mit mehr Achtung und Verständnis begegnet wird.

Das obige Video wurde von der National Autistic Society (NAS) produziert, einer UK-Organisation, die sich für Autisten einsetzt. Ziel der Aktion ist es, die Reizüberflutung zu simulieren, über die viele Autisten berichten. Eine fallende Münze scheppert laut im Ohr, helle Lichtblitze irritieren die Sicht, ein paar bunte Ballons leuchten übertrieben grell.

Laut der NAS wurde das Video “gemeinsam mit autistischen Menschen produziert, um Nicht-Autisten eine Idee davon zu geben, wie es sich anfühlt, wenn man zu viele Informationen empfängt.” Das gleiche Thema wird auch in einem klassischen 2D-Video aufgearbeitet.

“Manchmal sind Autisten mit ihrer Umgebung überfordert. Das führt dazu, dass ihnen die echte Welt wie ein fürchterlicher Ort erscheint. Und wenn man dann von der eigenen Familie mit Blicken abgestraft wird, dann fühlt man sich alleine und isoliert”, heißt es in der Pressemitteilung der NAS. “Mit der neuen Technologie können wir Menschen dabei helfen, diese Erfahrung selbst zu machen.”

Auf ähnliche Weise werden sowohl 360-Videos als auch gerenderte VR-Erfahrungen in zahlreichen anderen therapeutischen Kontexten eingesetzt, beispielsweise bei Migräne-Patienten, Senioren oder Paranoia.

| Via: Newsweek | Source: NAS | Featured Image: NAS (Screenshot bei YouTube)