Bringt das Wundermaterial Graphen einen Durchbruch bei VR-Displays?

Die Mitglieder einer Arbeitsgruppe bestehend aus den Unternehmen SCALE Nanotech und Graphenea sowie der niederländischen TU Delft halten das für möglich. Sie haben aus dem vermuteten Wundermaterial Graphen ein “Interferometrisches Modulator Display” (GIMOD) hergestellt.

Graphen ist eine Monoschicht Kohlenstoffatome mit hervorragenden Eigenschaften als thermischer und elektronischer Leiter bei einer hohen Festigkeit und Elastizität. Das Material wird beispielsweise in Batterien verwendet. Es soll eine höhere Kapazität und schnellere Ladezeiten ermöglichen.

“Graphen ist ein vielseitiges Material mit hervorragenden mechanischen, optischen und elektrischen Eigenschaften, die zusammen die GIMOD-Technologie ermöglichen”, sagt der am Projekt beteiligte Forscher Samer Houri von der TU Delft.

Die 5µm kleinen Pixel (iPhone X: 55µm) des GIMOD-Displays bilden hauchdünne Membranen, die durch Elektrosignale bewegt werden. Sie modulieren das weiße Umgebungslicht.

Mit bis zu 400 Hz sollen diese Pixel nach ersten Messungen an der TU Delft laufen. Die Forscher vermuten, dass bis zu 2.000 Hz möglich sind. Zum Vergleich: Die besten kommerziell verfügbaren Monitore laufen derzeit mit 240 Hz.

Das Video zeigt ein statisches Bild auf dem Graphen-Display, das die Farbe zwischen Gelb und Blau wechselt.

Ein Prototyp des Graphene-Displays wurde von SCALE Nanotech aus Köln produziert. Der SCALE-Gründer und Display-Erfinder Santiago Jose Cartamil-Bueno, zuvor erfolgreicher Doktorand an der TU Delft, will die Technologie zur Marktreife führen. Auf der Fachkonferenz Mobile World Congress wurde ein Prototyp mit 2.500 ppi Vertretern aus der Displayindustrie gezeigt, die laut Cartamil-Bueno “begeistert” reagiert haben sollen.

So sah das prototypische Display auf dem MWC aus. Bild: Graphene / SCALE Nanotech

So sah das prototypische Graphen-Display auf dem MWC aus. Bild: Graphene Flagship / Forschungsinitiative der EU

In “wenigen Wochen” will Cartamil-Bueno ein Startup für die Vermarktung der GIMOD-Komponenten gründen. Team und Kapital seien bereits vorhanden. Der Zielmarkt: Virtual Reality.

“Bei VR übertrifft GIMOD jede andere Technologie”, sagt Cartamil-Bueno. “Der GIMOD-Prototyp hätte eine Auflösung von über 12K, wenn wir ihn so groß machen würden wie ein Smartphone-Display.”

Das folgende Video soll die Funktionsweise der GIMOD-Pixel veranschaulichen. Veröffentlicht wurde es schon 2016.

Via: Phys.org


Tagesaktuelle und redaktionell ausgewählte Tech- und VR-Deals: Zur Übersicht
VRODO-Podcast #121: VR-Wachstum, StarVR-Pleite und KI-Rendering | Alle Podcast-Folgen


Unsere Artikel enthalten vereinzelt sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über einen dieser Links erhalten wir eine kleine Provision. Der Kaufpreis bleibt gleich.