Gemeinsam mit einem regionalen Telekommunikationsanbieter in Singapur will Huawei im Juni einen ersten VR-Streaming-Test starten.

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Mit schnellen 5G-Netzen treten VR und AR ins Streaming-Zeitalter ein: Wenn Inhalte nicht mehr lokal berechnet, sondern von schnellen Cloud-Computern übertragen würden, könnte das die Technologie nach vorne katapultieren.

So wären wohl grafisch deutlich aufwendigere Anwendungen möglich ohne leistungsstarke lokale Zuspieler. Das würde die Einstiegshürde speziell für VR enorm senken. Autarke Augmented-Reality-Brillen böten einen schmaleren Formfaktor, da im Brillengehäuse weniger Hardware verbaut werden müsste.

Magic Leaps Lightwear-Brille zum Beispiel wird mit einem kleinen Taschencomputer ausgeliefert, der mit der Brille verkabelt werden muss. Dieser eher umständliche Aufbau wäre mit 5G wohl Vergangenheit. Die Brille könnte dieselben Daten aus dem Netz streamen.

“5G wird Unternehmen wie Magic Leap und vielen anderen dabei helfen, Grafik auf Hollywood-Niveau in Echtzeit an viele Menschen gleichzeitig zu übertragen”, prophezeit Qualcomms Cheftechniker Matt Grob. Sein Unternehmen stellte im Oktober 2017 ein 5G-Smartphone-Modem vor, das theoretisch bis zu fünf Gigabyte pro Sekunde übertragen kann.

Huawei startet mit 5G-VR-Tests in Singapur

Der chinesische Technologiekonzern Huawei verspricht für Ende Juni einen ersten VR-Streaming-Test in Singapur: Im 5G-Netz der Telefongesellschaft M1 soll ein 360-Grad-Live-Video mit geringer Latenz übertragen werden.

Bei vorherigen 5G-Tests von Huawei in Japan, Deutschland und Australien soll die Latenz bei der 5G-Übertragung bei etwa einer Millisekunde statt bei 20 bis 40 Millisekunden im 4G-Netz gelegen haben.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung erwähnen die beiden Unternehmen explizit das Potenzial von 5G für die Übertragung von Mixed-Reality-Inhalten.

Bei einem vorherigen 5G-Test des regionalen M1-Konkurrenten Starhub gemeinsam mit Nokia soll die Datenübertragung mit einer Download-Geschwindigkeit von bis zu 4,3 Gigabyte pro Sekunde bei einer maximalen Latenz von einer Millisekunde gelungen sein.

Diese fast nicht vorhandene Latenz macht das 5G-Netz so interessant für VR- und AR-Anwendungen. Denn nur bei einer gefühlt verzögerungsfreien Übertragung funktioniert die Bewegungssteuerung mit Kopf und Händen.

Das 5G-Netz soll in Singapur flächendeckend ab 2020 ausgerollt werden.

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| Featured Image: Kārlis Dambrāns bei Flickr. Titel: Huawei. Lizenziert nach CC BY 2.0.

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