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“A Brother’s Keeper”: Ein berührendes Kriegsdrama in 360-Grad *Update*

von Tomislav Bezmalinovic2. Februar 2017

Update vom 2. Februar 2017:

A Brother’s Keeper kann man nun unter anderem auf der 360-Grad-Videoplattform Littlstar VR Cinema ansehen. Diese gibt es für Playstation VR im Playstation Store und auf Oculus Home für Oculus Rift und Samsung Gear VR. Wer eine HTC Vive besitzt, aber Viveport nicht installieren möchte, kann Littlstar von Steam herunterladen. Wir empfehlen, das Video nach Möglichkeit herunterzuladen anstatt zu streamen.

A Brother’s Keeper ist zudem auf Youtube erschienen:

Ursprünglicher Artikel vom 24. Januar 2017:

Es ist ausgesprochen schwierig, mit 360-Grad-Filmen klassische Geschichten zu erzählen. Das neue Medium scheint eher geeignet zu sein, Stimmungen und Szenerien einzufangen, als eine Abfolge von Ereignissen darzustellen. “My Brother’s Keeper” versucht beide Dimensionen des Erzählens zu verbinden. Was dabei herausgekommen ist, erinnert an die Werke des großen Filmpoeten Terrence Malick.

Der Kurzfilm handelt von zwei Brüdern, die in den Amerikanischen Bürgerkrieg hineingezogen werden und sich auf unterschiedlichen Seiten der Front wiederfinden. Im Film wird die Schlacht am Antietam dargestellt, die am 17. September 1862 stattfand und wegen seiner 23.000 Gefallenen als der blutigste Tag in der amerikanischen Geschichte gilt.

Wie in “The Thin Red Line” wechselt der Film zwischen dem blutigen Alltag des Krieges und Erinnerungen der Protagonisten, die die heile Welt und die verlorene Unschuld vergangener Tage heraufbeschwören. Hier sind die Brüder als Kinder zu sehen, die durch die Natur streifen und Krieg spielen, wodurch sie die kommenden Ereignisse gewissermaßen vorwegnehmen.

In diesen lichtdurchfluteten Szenen ist die Zeit verlangsamt. Dadurch wirken die Bilder so, als stammten sie aus einem Traum. Möglich wird diese Zeitlupe durch eine neue 360-Grad-Kamera, die von Ingenieuren der Videoplattform Jaunt entwickelt wurde. Die Besonderheit der neuen Kamera besteht darin, dass sie 120 Bilder pro Sekunde aufzeichnen kann. Dadurch wirken die Schlachtszenen lebensechter, außerdem werden damit zum ersten Mal in einem 360-Grad-Film Aufnahmen in Zeitlupe möglich.

Ein weiteres, neues Stilmittel des Films ist ein Unschärfe-Effekt, der in entscheidenden Szenen genutzt wird, um die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu lenken. Aber auch die 3D-Effekte verfehlen ihre Wirkung nicht. Zum Beispiel wenn einer der Brüder die Muskete knapp an der Kamera vorbeiführt, um einen feindlichen Soldaten ins Korn zu nehmen. Hier ist man als Zuschauer instinktiv versucht, bei Seite zu treten.

Produziert wurde der Film im Auftrag der PBS Digital Studios. An der Produktion beteiligt waren das Technicolor Experience Center, Storytech Immersive und Perception Squared. Jaunt hat die Kameras beigesteuert. Für das Drehbuch und die Regie verantwortlich zeichnen Connor Hair und Alex Meader.

My Brother’s Keeper ist derzeit nur auf Viveport erhältlich, aber soll am 27. Januar auch für andere Plattformen erscheinen, darunter Oculus Rift, Samsung Gear VR, Playstation VR und Google Daydream. Unten ist ein Video zu sehen, das hinter die Kulissen des Films blicken lässt. Einen Eindruck von dem Film kann es allerdings nicht geben. Hierfür muss man sich eine VR-Brille aufsetzen.

| Featured Image: PBS Digital Studios | Source: Techcrunch

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