Am 21. Dezember 2018 schließt das Bergwerk Prosper Haniel. Virtuell soll es weiterleben.

Im neuen Virtual-Reality-Projekt “Glück auf” des WDR spielen singende Männer eine wichtige Rolle. Und Kumpel. Nein, wir sind nicht im Fußballstadion. Stattdessen geht es hinab in die Tiefen des Bergwerks Prosper Haniel im Ruhrgebiet.

Beim deutschen Wirtschaftswunder hat das Bergwerk laut des WDR eine zentrale Rolle gespielt. Jetzt hat es seinen Zenit überschritten: Im Dezember tauschen die Kumpel ein letztes Mal über gegen unter Tage. Dann werden die Pforten des Bergwerks endgültig geschlossen – und auch für Besucher nicht mehr geöffnet.

Bergbau virtuell konserviert

Virtuell ist der Zugang weiter möglich: Ein Team des WDR dokumentierte das Bergwerk in zahlreichen 360-Grad-Videos und zwei interaktiven VR-Anwendungen. Die Videos sind mit WebVR-Technologie direkt im Browser oder mit Oculus Rift und HTC Vive ansehbar.

Die Reihenfolge der Videos kann der Zuschauer selbst bestimmen – sogar die Schachteinfahrt in einer Dieselkatze wurde in 360-Grad gebannt. Interaktive Elemente in der Umgebung ergänzen die Tonspur der Bergwerkmitarbeiter mit Detailinformationen.

Highlight für VR-Enthusiasten ist die photogrammetrische Rekonstruktion einzelner Abschnitte der Zeche. Wie schon bei der beeindruckenden Virtualisierung des Kölner Doms aus dem vergangenen Jahr kooperierte der WDR mit dem deutschen VR-Startup Realities. Den Zugang zum virtuellen Bergwerk gibt es in der kostenlosen Realities-App bei Steam. Unterstützt werden HTC Vive, Oculus Rift und Windows Mixed Reality.

Eine weitere, besonders aufwendige Station ist als Wanderausstellung konzipiert: Mit Gewichten an den Armen und auf einer Rüttelplatte stehend, den Geruch von Moder und Öl in der Nase, schwitzend unter einem Heizstrahler, schlägt der VR-Brillenträger mit einer Spitzhacke virtuelle Kohle aus einem Felsen. Die Installation wird unter anderem auf der Gamescom vom 21. bis 25. August in Köln gezeigt.

“Das Virtual-Reality-Projekt lässt den Bergbau auch für nachfolgende Generationen weiterleben. Ich bin froh, dass wir mit dieser Technologie den Menschen ein Stück Ruhrgebietsgeschichte näherbringen können”, sagt WDR-Intendant Tom Buhrow.


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