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Abgesagt: HTC bringt keine autarke Virtual-Reality-Brille mit Google

von Matthias Bastian14. November 2017

Im Mai kündigte Google auf der großen Bühne eine autarke Vive-Brille für die eigene VR-Plattform Daydream an. Das Gerät erscheint nicht.

Stattdessen fokussiert sich HTCs Standalone-Strategie vorerst auf China: “HTC Focus” heißt die autarke VR-Brille, die den chinesischen Markt für Mobile-VR erschließen soll, insbesondere an Schulen.

“Wir haben noch immer ein gutes Verhältnis zu Google, aber wir bringen keine autarke Daydream-VR-Brille auf den westlichen Markt”, sagt ein HTC-Vertreter gegenüber Techcrunch.

Googles VR- und AR-Chef Clay Bavor bestätigt den Projektabbruch über Twitter und ergänzt, dass HTC weiter “ein toller Partner” sei. Es gebe bereits reichlich von Google entwickelte VR-Software für HTC Vive – Blocks, Tiltbrush, Google Earth VR und Job Simulator – weitere sei in Planung.

Google kaufte im September für über eine Milliarde US-Dollar Mitarbeiter und Wissen von HTC, das anschließend ankündigte, einen Teil des Geldes in Virtual Reality investieren zu wollen.

Gründe für den Rückzug nennen die beiden Unternehmen nicht. Wahrscheinlich sah HTC kein großes Verkaufspotenzial im Westen und verspricht sich im chinesischen Markt ein schnelleres Wachstum. In den USA und Europa ist HTC nur einer von vielen Anbietern, in China könnte sich das Unternehmen langfristig als VR-Marktführer etablieren.

Lenovo-Brille für Daydream soll noch 2017 erscheinen

Das bedeutet nicht, dass Googles Pläne für autarke VR-Brillen auf Eis liegen: Eine Daydream-Brille von Lenovo soll wie geplant noch in diesem Jahr erscheinen.

Kurz nach HTCs Bekanntgabe, dass vorerst keine autarke Vive-Daydream-Brille kommt, meldete sich Clay Bavor erneut bei Twitter zu Wort. Er “nutze und liebe” eine Vorversion der autarken Lenovo-Brille. Bavor verspricht zeitnah Neuigkeiten zum Gerät.

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