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Adobe lässt Praktikantin VR-Version des PDF Readers entwickeln

von Matthias Bastian16. Januar 2017

Adobes PDF Reader gehört zu den meistgenutzten PC-Anwendungen. Eine zukünftige Version soll Inhalte für die Virtual-Reality-Brille beinhalten.

“Entwickle eine Virtual-Reality-Version des PDF Readers” – ist das ein tolles Projekt oder doch eher eine disziplinarische Maßnahme? Adobe war sich offenbar nicht sicher und vergab die Aufgabe vorsichtshalber an eine Praktikantin, die UX-Designerin Laurel Warrell. Sie gibt an, dass sie das Projekt anfangs eher “langweilig” fand.

Das Ergebnis ihrer Arbeit scheint trotz mangelndem Enthusiasmus vorzeigbar zu sein. Warrell und Adobes Chefwissenschaftler Walter Chang präsentierten eine VR-Version des PDF Readers exklusiv der Tageszeitung San Francisco Chronicle.

Bilder mit Texten statt Texte mit Bildern

Ähnlich wie Web-VR vermischt Adobe 2D- und VR-Inhalte in 360-Grad. Demonstriert wurde das anhand eines PDFs über die stillgelegte US-Spionagestation auf dem Berliner Teufelsberg.

Zuerst wird das PDF mit Text im gewohnten 2D-Format in der VR-Brille angezeigt. Taucht im Text ein Bild auf, kann der Leser in ein 360-Grad-Foto springen. Im Beispiel konnte man so die Spionagestation betreten und durch Türen navigieren, um in das nächste 360-Foto zu wechseln.

Der Vorteil des VR-PDFs sei, so Chang, dass weitere Informationsebenen integriert werden könnten. Im Falle der Spionagestation könne der Leser im Vergleich zu Text und 2D-Foto ein besseres Gefühl dafür entwickeln, wie groß die Räume seien. Außerdem würde das lineare Lesen aufgebrochen, da Texte kontextbezogen in die Fotos integriert seien.

“Man liest die Anmerkungen so, wie man sie entdeckt. Das schafft individuelle Erfahrungen für jede Person, abhängig davon, wie man die Umgebung erforscht”, sagt Chang. Er glaubt, dass Menschen eines Tages Erinnerungen in 360-Grad-Aufnahmen einfangen, mit Notizen versehen und als virtuelle PDFs teilen können.

Die prototypische VR-Version des PDF Readers wird vorerst nicht veröffentlicht und dient für interne Experimente. Laut Chang müsse Adobe noch viele Details ausarbeiten und sinnvolle Anwendungsszenarien finden.

| Featured Image: Adobe

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