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Ärzte in Texas lenken Patienten mit der VR-Brille ab

von Matthias Bastian23. Oktober 2016

Manchmal möchte man nicht da sein, wo man gerade sein muss. Ganz häufig dürfte diese Zustandsbeschreibung auf Menschen in Arztpraxen und Kliniken zutreffen. Die VR-Brille bietet in solchen Szenarien einen möglichen Zufluchtsort.

Das Unternehmen Oncomfort aus Texas benutzt Virtual Reality, um Patienten von Sorgen und Schmerzen abzulenken. Die unterschiedlichen Apps werden auf die jeweilige Zielgruppe und deren Bedürfnisse sowie die Behandlung abgestimmt. Eine Anwendung ist speziell für an Krebs erkrankte Kinder gedacht, die eine Chemotherapie erdulden müssen. Das VR-Spiel soll die Prozedur erträglicher machen und gleichsam spielerisch erläutern, was die Behandlung bewirkt und wie sie helfen soll.

Der Kardiologe Dr. Fadi Alameddine setzt die VR-Brille in seiner Praxis bei Patienten ein, die wegen Krampfadern behandelt werden. Er sagt, die VR-Brille könne den Angst- und Schmerzlevel seiner Patienten um 60 bis 70 Prozent reduzieren. Der Unterschied bei der Zufriedenheit nach der Behandlung sei “wie Tag und Nacht”. Einen ausführlicheren Bericht gibt es in diesem Video.

Eine weitere Anwendung von Oncomfort speziell für an Brustkrebs erkrankte Frauen wurde kürzlich mit einem Preisgeld in Höhe von 50.000 US-Dollar in einem Wettbewerb der Europäischen Gesellschaft für medizinische Onkologie ausgezeichnet. Mit der App sollen die Patientinnen virtuell lernen, ihre Ängste und den damit verbundenen Stress besser zu kontrollieren.

Auch das US-Startup AppliedVR prüft, wie man Virtual Reality in der Schmerztherapie einsetzen kann. Laut einer ersten Studie mit 60 Patienten reichten 20 Minuten mit der selbstentwickelten VR-App aus, um den wahrgenommenen Schmerzlevel von 5.5 auf 4 zu reduzieren.

| Featured Image & Source: KHOU (Screenshot aus Video)