Die Bundesregierung möchte der KI-Konkurrenz aus China und den USA mit dem “Aktionsplan KI” begegnen.

Titelbild: Rauß Fotografie / Anja Karliczek

Ende April wandten sich europäische Spitzenforscher in einem offenen Brief an Politik und Gesellschaft und warnten, dass Europa bei KI-Forschung von China und den USA abgehängt wird.

Speziell der “brain drain” bereitet den Forschern Sorge: Fachkräfte und Wissenschaftler wandern zu den großen Konzernen wie Google und Facebook ins Ausland ab.

Hiesige Unternehmen darben Experten – und werden letztlich abhängig von den Services und der technischen Infrastruktur außereuropäischer Unternehmen. Facebooks jüngster Datenskandal macht deutlich, weshalb das Europa Unbehagen bereitet.

“China und Amerika betreiben massiv Industriepolitik. Europa hatte dem bisher wenig entgegenzusetzen. Aber das muss nicht so bleiben”, sagt der deutsche KI-Forscher Jürgen Schmidhuber, einer der Unterzeichner des Briefs, gegenüber der FAZ.

“Eine Schippe drauflegen”

In einem Interview mit Reuters macht die Bundesministerin für Forschung und Bildung Anja Karliczek (CDU) deutlich, dass sie die in dem offenen Brief geäußerten Bedenken nicht teilt.

“Wir sind in der Grundlagenforschung und in der anwendungsorientierten Forschung zu KI schon sehr lange unterwegs”, sagt Karliczek. Jedoch müsse man jetzt “ein bisschen schneller werden”.

Deutschland werde in Zukunft “bei KI eine ordentliche Schippe drauflegen”, verspricht Karliczek. Unter anderem seien vier neue Forschungsstätten für maschinelles Lernen gestartet: Die Kompetenzzentren in Berlin, Dortmund/St. Augustin, München und Tübingen werden mit rund 30 Millionen Euro gefördert.

Hochschulen, Unternehmen und weitere Akteure könnten in neuen Clustern zusammengeführt werden, außerdem denke die Regierung über mehr KI-Professuren nach. Diese Bündelung von Kompetenzen soll Deutschland attraktiver machen für Spitzenkräfte.

Mit Steuergeldern solle in kleinen und mittleren Unternehmen die KI-Forschung sowie die Gründung von Start-ups gefördert werden. Außerdem benötige Künstliche Intelligenz einen ethischen Rahmen, da der KI-Begriff vielen Menschen Angst mache, so Karliczek.

“Diese Regeln müssen wir uns jetzt erst gemeinsam geben, damit nicht Dinge aus dem Ruder laufen. Es ist immer noch die Maschine für den Menschen da und nicht umgekehrt.” Die KI-Pläne sind Thema bei einem Treffen im Kanzleramt am 18. Mai.

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