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Alan Yates von Valve: Oculus Rift ist eine Kopie von HTC Vive

von Matthias Bastian24. Mai 2016

Alan Yates ist Ingenieur im Auftrag von Valve, hauptverantwortlich für das Trackingsystem Lighthouse von HTC Vive. Er behauptet, dass Oculus Rift nur eine Kopie der Vive-Brille sei.

In der ersten Phase der Begeisterung für Virtual Reality arbeiteten Valve und Oculus VR, hauptsächlich in Person von Palmer Luckey, noch eng zusammen. Dann kam Facebook-Chef Zuckerberg zu Luckey und mit seinen Milliarden auch eine neue Strategie für die Mitarbeiterakquise. Michael Abrash, Techphilosoph, Code-Optimierer und eine Schlüsselfigur der VR-Branche, wechselte nur drei Tage nach der Akquisition durch Facebook von Valve zu Oculus VR. Zuvor arbeitete er gut drei Jahre für Valve an VR-Projekten.

Just seit diesem Zeitraum herrscht Eiszeit zwischen den beiden Unternehmen, die eigentlich ein gemeinsames Interesse haben: Virtual Reality auf dem Markt zu etablieren. Unter anderem unterstützt Oculus VR im eigenen Store die Vive-Brille nicht, Palmer Luckey schiebt dafür Valve den schwarzen Peter zu. Kommuniziert wird offenbar nicht mehr. Die neusten Äußerungen von Valve-Ingenieur Alan Yates werden wohl kaum dafür sorgen, dass diese Front in naher Zukunft aufweicht.

Valves Forschung als Entwicklungsbasis für Oculus Rift

Yates bezeichnet sich spaßeshalber als “Pharologist”, das sind Wissenschaftler, die Leuchttürme und Leuchtsignale erforschen. Er ist maßgeblich an der Entwicklung des Trackingsystems Lighthouse für HTC Vive beteiligt und kennt die Entwicklungsgeschichte beider VR-Brillen entsprechend gut.

Bei Reddit schreibt Yates, dass Oculus Rift eine “direkte Kopie” des ersten HTC-Vive-Prototypen sei, der damals im Valve-Hauptquartier zusammengebaut wurde. “[…] die Kerntechnologie der Rift- und der Vive-Brille sind ein direktes Ergebnis von Valves Forschung. Oculus hat ein eigenes Trackingsystem und ein anderes Design für die Linsen, aber davon abgesehen ist CV1 eine direkte Kopie der Architektur des 1080p Steam-Sight-Prototypen, den Valve an Oculus VR verliehen hat, als wir eine Kopie des ‘Valve Rooms’ in ihrem Hauptsitz aufbauten.” Der Valve-Room (siehe Titelbild) war eines der ersten experimentellen Room-Scale-Setups für VR-Brillen. Und Yates setzt sogar noch einen drauf, bezeichnet Oculus VR als das erste Unternehmen mit “SteamVR-Lizenz”, auch wenn die Geschichtsbücher das wohl anders wiedergeben würden.

Der Kontext seiner Aussage war die Ausgangsfrage, ob Oculus VR aufgrund der Facebook-Beteiligung sowie der Exklusivstrategie schlecht für die VR-Industrie sei. Yates antwortete auf die These eines Reddit-Nutzers, der meinte, “dass Konkurrenz bekanntlich Innovationen begünstige”. Yates Statement zog bislang hunderte Kommentare nach sich, auch im Oculus-Subredit.

Oculus-Rift-Erfinder Palmer Luckey dürfte damit kaum einverstanden sein. Bekanntlich werkelte er als “PalmerTech” bereits an zahlreichen Prototypen, lange bevor Oculus VR samt Rift-Brille daraus entstand. Ein Unboxing eines fortgeschrittenen Prototypen aus 2011 gibt es hier. Im Entwicklungsverlauf von Oculus Rift gab es allerdings zahlreiche Anpassungen, darunter auch der Wechsel auf zwei Displays / ein Display pro Auge, ähnlich wie bei HTC Vive.

| Source: Reddit | Via: Road to VR | Featured Image: Valve (Screenshot bei YouTube)