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Alle Neuigkeiten zu Augmented Reality aus Apples Keynote

von Tomislav Bezmalinovic12. September 2017

Im Steve Jobs Theatre präsentierte Apple drei neue iPhones, darunter das iPhone X, das eine neue Gerätegeneration einläuten soll. Dessen größte Besonderheit ist das auf der Frontseite verbaute 3D-Tiefenkamerasystem, das die Identifikation per Gesichtserkennung und verbesserte AR-Anwendungen ermöglicht. Apple gab außerdem das Erscheinungsdatum von iOS 11 bekannt: Ab dem 19. September können AR-Fans Apps nutzen, die auf Basis des ARKits entwickelt wurden.

Während der Präsentation des iPhone 8 und iPhone 8 Plus zeigte Phil Schiller vier neue AR-Apps, die mit Apples Entwicklungsumgebung kreiert wurden.

Die erste Anwendung ist eine AR-Umsetzung des Actionspiels “Warhammer 40K: Freeblade” für mobile Geräte, mit der man die Kämpfe zum ersten Mal in der realen Welt austragen kann. Die zweite Anwendung ist eine Baseball-App der MLB und hört auf den Namen “At Bat”. Mit ihr lassen sich reale Spieler auf dem Spielfeld identifizieren. Über ihren Köpfen werden anschließend digitale Plaketten angezeigt, die bei Berührung zusätzliche Spielerstatistiken einblenden.

Die dritte App zeigt eine AR-Fassung von Sky Guide. Hält man die Kamera gegen den Himmel, erkennt die App Sternkonstellationen und hebt diese digital hervor.

Externes Studio zeigt aufwendiges AR-Actionspiel

Die vierte Anwendung wurde live präsentiert: Das Actionspiel “The Machines”, das vom Shanghaier Studio Directive Games entwickelt wird. Hierbei handelt es sich um einen wettkampftorientierten Titel, der lokal oder über das Internet gespielt wird und eine detaillierte, dreidimensionale Spiellandschaft in den Raum projiziert.

Im Spiel kann man Einheiten entsenden und aus der Perspektive der Kamera auf Gegner feuern. Weil man sich der Spielwelt beliebig nähern kann, mussten die Entwickler für eine besonders detaillierte Grafik sorgen. Laut dem CEO des Studios werden bei der Demo 1,2 Millionen Polygone gleichzeitig flüssig dargestellt.

Der AR-Titel unterstützt Raumklang, sodass der Gefechtslärm größer wird, wenn man sich dem Schlachtfeld nähert, während Objekte, die zwischen dem Nutzer und einer Kampfzone liegen, Geräusche dämpfen. The Machines soll exklusiv für iOS erscheinen.

Das iPhone 8 und iPhone 8 Plus kann man ab dem 15. September vorbestellen, erhältlich sein sollen die Geräte ab dem 22. September. Für AR-Apps braucht man nicht unbedingt ein Gerät der achten Generation, ARKit-basierte Anwendungen sollten auf allen iPhones ab dem 6S flüssig laufen. Der Startpreis für ein iPhone 8 liegt bei 800 Euro.

Neues 3D-Kamerasystem des iPhoneX

Wenig später enthüllte Apple-CEO Tim Cook das iPhone X. Im Kontext der Augmented Reality ist das Tiefenkamerasystem interessant, das für die 3D-Gesichtserkennung verantwortlich ist. Am oberen Rand des Gehäuses sind mittig in einer Vertiefung mehrere Kameras und Sensoren, sowie ein Lautsprecer und das Mikrofon untergebracht.

Laut Schiller sind für die Gesichtserkennung mehrere Komponenten zuständig. Der sogenannte “Flood Illuminator” erkennt die Umrisse des Gesichts selbst in der Dunkelheit. Der “Dot Projector” genannte Lichtprojektor wirft daraufhin mehr als 30.000 unsichtbare Punkte ins Gesicht des Nutzers, die der Infrarotkamera als Referenzpunkte für die Tiefenmessung dienen. Die gesammelten Informationen werden anschließend an den Chip gesandt und ausgewertet.

Truedepth_Camera

Apple zeigte zudem, dass das System nicht nur Gesichter identifizieren, sondern in Echtzeit Bewegungen von bis zu 50 Gesichtsmuskeln erfassen kann. So können eigene Gesichtsausdrücke auf animierte Emojis (“Animojis”) übertragen werden. Wie Craig Federighi demonstrierte, können die Animationen in Apples Messages-App aufgenommen und direkt an Freunde verschickt werden.

Eine echte AR-App, die von der 3D-Kamera Gebrauch macht, wurde ebenfalls gezeigt. Laut Federighi arbeitete Apple mit Snapchat zusammen, um 3D-Gesichtsfilter zu erstellen. Die App nutzt die in Echtzeit erfassten 3D-Daten des Gesichts und legt sehr realistisch Masken über das Gesicht des Nutzers.

Das iPhone X kann man ab dem 27. Oktober vorbestellen, erhältlich ist es ab dem 3. November. Der Startpreis hierzulande liegt bei 1150 Euro.

| Featured Image: Apple (Screenshot)

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