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Amazon patentiert neue Augmented-Reality-Technologie

von Matthias Bastian2. Dezember 2015

Wo Facebook, Apple und Google kräftig investieren ist Amazon nicht weit: Auch der eCommerce-Gigant will neue virtuelle Technologien an den Start bringen. Jetzt ist ein weiteres Patent aufgetaucht, das Nutzer auch ohne Skimaske oder Brillengestell in die virtuelle Realität schicken soll.

In der neuen Patentskizze sieht man eine Einrichtung, die offenbar ganz ohne “Head-Mounted-Display”, also ohne VR- oder Augmented-Reality-Brille wie Oculus Rift oder Hololens, auskommen soll. Die digitale Umgebung wird per Projektor in das Wohnzimmer gebeamt, zusätzliche Tiefensensoren sollen Bewegungen erkennen und so beispielsweise die Steuerung über Gesten ermöglichen. Im Patent heißt es: “Ein Raum ist mit Projektions- und Bildsystemen ausgestattet, die es möglich machen, Bilder auf Oberflächen und Objekte zu projizieren, während der Nutzer gleichzeitig mit den Bildern oder Objekten interagieren kann.“ In einem zweiten Patent werden die Steuerung per Gesten und das Tracking von Objekten näher erläutert. Dafür arbeitet das System ergänzend zum Projektor mit einer Kamera, höchstwahrscheinlich einer 3D-Tiefenkamera ähnlich wie Kinect, und einem nicht weiter beschriebenen “Augmented-Reality-Functional-Node”, das wahrscheinlich die notwendige Rechenleistung bereitstellt, damit die Installation wie gewünscht funktioniert.

Interaktion mit den projizierten Bildern über Hand-Tracking. Quelle: United States Patent and Trademark Office / Amazon

Interaktion mit den projizierten Bildern über Hand-Tracking. Quelle: United States Patent and Trademark Office / Amazon

Die Patente erinnern stark an Microsofts RoomAlive-Projekt, bei dem ein Raum mit mehreren Kinect-Kameras und Weitwinkel-Beamern in eine virtuelle Nutz- oder Spielumgebung verwandelt werden kann, die dem Nutzer auch einen gewissen Grad an Interaktion ermöglicht. Die Besonderheit bei Amazons Patent: Offenbar kommt die Erfindung mit nur einem Beamer und einer Kamera aus, was natürlich die Kosten enorm senken würde, so dass potenziell ein interessantes Produkt für den Endkunden-Markt daraus wird. RoomAlive von Microsoft ist zwar nur ein Prototyp, wäre aber auch in der aktuellen Version völlig ungeeignet für den Markt, da die wenigsten potenziellen Kunden das nötige Kleingeld und den Platz hätten, ein solches System aufzubauen.

Allerdings arbeitet Amazon nicht zwingend ohne VR- oder AR-Brille. Bereits im Oktober tauchte ein Patent für eine Amazon Augmented-Reality-Brille auf, die als Besonderheit verschiedene Durchsichtigkeitsstufen anbieten soll – von vollständig durchlässig über augmentierte, digitale Inhalte bis hin zur kompletten Immersion im Stile von Virtual Reality wären so alle Spielarten der virtuellen Realität in einer Brille vereint. Dafür patentierte Amazon den Begriff “Immersion Control” gleich mit. Mehr Infos zur Brille gibt es hier.

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