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Analyst: Virtual Reality ist “größter Verlierer” im Weihnachtsgeschäft

von Matthias Bastian30. November 2016

Auf Basis der US-Verkaufszahlen am Thanksgiving-Wochenende sowie dem Black Friday versuchen Analysten zu prognostizieren, wie das Weihnachtsgeschäft laufen wird. Laut Superdata Research ist die neue Virtual-Reality-Branche dabei der “größte Verlierer”.

Das Marktforschungsunternehmen passte die eigene Prognose für verkaufte VR-Brillen im Jahr 2016 insbesondere für Playstation VR an. Statt ursprünglich 2,6 Millionen Einheiten sollen jetzt nur mehr knapp 750.000 Einheiten der Sony-Brille über die Ladentheke gehen.

Auch die Verkaufsprognose für Daydream View wurde beinahe halbiert. Statt wie bisher angenommen 450.000 Mal soll Googles neue VR-Brille rund 260.000 Mal verkauft werden. Unverändert bleiben die Verkaufsprognosen für HTC Vive (450.000) und Oculus Rift (335.000). Samsungs Gear VR ist vorerst einsamer Marktführer mit bis zu 2,3 Millionen Besitzern.

Den drastischen Einbruch der Verkaufsprognose für Playstation VR erklärt die Superdata-Analystin Stephanie Llamas mit schwachem Marketing seitens Sony und unregelmäßigem Nachschub bei der Hardware. Sony habe gar nicht erst versucht, die Verkäufe der VR-Brille anzukurbeln und sich stattdessen auf die Playstation 4 Pro fokussiert.

Da auch VR-Spiele von der Mehrleistung der Pro-Konsole profitieren, hätten Spieler die Nachricht erhalten, zuerst die leistungsfähigere Konsole und zu einem späteren Zeitpunkt die VR-Brille zu kaufen.

Verzichtet Sony bewusst auf hohe Verkaufszahlen?

Auch wenn es schwer vorstellbar scheint: Llamas suggeriert, dass Sony absichtlich auf einen schnellen Abverkauf von Playstation VR verzichtet, bis die neue Plattform besser mit hochwertiger Software versorgt werden kann.

“Wenn Sony Playstation VR ebenso unterstützt hätte wie andere neue Hardware, hätte sicherlich eine Nachfrage von über zwei Millionen Einheiten erreicht werden können. Aber es ist ein stiller Launch und sie sind vorsichtig, bevor sie vollständig in die Technologie investieren”, sagt Llamas.

Sie und ihr Team glauben, dass Sonys VR-Brille erst im Frühjahr 2017 die Marke von einer Million verkaufter Einheiten durchbrechen wird. Die Zeit soll Sony in die Entwicklung von Triple-A-Spielen stecken. “Sie können es sich erlauben, langsam vorzugehen, da sie keinen Wettbewerb haben.”

Die zurückhaltende Prognose für Oculus Rift erklärt Llamas mit schwachen Verkaufszahlen am Black Friday trotz einer Promotion, bei der Käufern ein Rabatt über 100 US-Dollar eingeräumt wurde. Ein weiteres Problem sei die Marktfragmentierung durch den nachträglichen Verkauf der 3D-Controller Oculus Touch.

“Sie haben ihre Nutzerbasis geteilt, sodass Entwickler sich dafür entscheiden müssen, ob sie für Touch-Besitzer oder für das Gamepad entwickeln. Das verlangsamt die Entwicklung neuer Software, was wiederum das Wachstum behindert”, sagt Llamas.

| Source: Gamesindustry.biz