Pico rüstet sich für den Wettkampf um chinesische VR-Marktanteile mit HTC und Oculus-Partner Xiaomi. Die neu angekündigte VR-Brille G2 ist Oculus Go auf dem Papier technisch deutlich überlegen.

Der chinesische VR-Brillenhersteller Pico Interactive sammelt in einer ersten Finanzierungsrunde 24,7 Millionen US-Dollar ein. Angeführt wird die Investition von den chinesischen Risikokapitalgebern GF Qianhe und GF Xinde. Pico fokussiert sich auf den Markt für autarke VR-Brillen und will diesen Weg beibehalten.

Laut Geschäftsführer Henry Zhou soll in der nahen Zukunft mehr Geld in die Entwicklung von Raumtracking- und Augmented-Reality-Technologie fließen. Durch die Kombination aus VR-, AR- und Raumtracking-Technologie solle Pico zu einem führenden Unternehmen für KI-gestütztes maschinelles Sehen werden. Pico beschäftigt laut eigenen Angaben über 300 Angestellte in BeijingQingdaoSan FranciscoTokio und Barcelona.

Ende 2017 brachte Pico in China die VR-Brille Neo auf den Markt, die als erstes autarkes Gerät wie eine Highend-Brille für den PC Raumtracking für Kopf und Controller bietet. Das Tracking erfolgt allerdings mittels Magnetfeldern und soll nicht so präzise, verlässlich und schnell sein wie kameragestützte Trackingverfahren.

Das Pico-Team freut sich über rund 25 Millionen US-Dollar von Investoren. Bild: Pico

Das Pico-Team freut sich über rund 25 Millionen US-Dollar von Investoren. Bild: Pico

Pico G2: In China ein Oculus-Go-Killer?

Picos frisch angekündigte G2 VR-Brille ist der Nachfolger der Pico-Goblin-Brille, die im Sommer 2017 auf den Markt kam. Ähnlich wie Oculus Go ist die G2-Brille ein autarkes VR-Gerät ohne Raumtracking, vergleichbar mit Smartphone-VR-Brillen. Oculus Go wird in China unter dem Namen Mi VR Standalone vom Techkonzern Xiaomi vertrieben.

Picos neueste VR-Brille G2 bietet auf dem Papier deutlich mehr Leistung fürs Geld als Oculus Go. Bild: Pico

Picos neueste VR-Brille G2 bietet auf dem Papier deutlich mehr Leistung fürs Geld als Oculus Go. Bild: Pico

Allerdings hat Picos neue Brille bei der Hardware deutlich die Nase vorne: Das Unternehmen verspricht einen VR-optimierten Bildschirm mit 2.880 mal 1.600 Bildpunkten bei 75 Hz (Oculus Go: LC-Display mit 2.560 mal 1.440 Bildpunkten bei bis zu 75 Hz), ein Sichtfeld von knapp über 100 Grad sowie eine integrierte Kamera für den schnellen Blick nach außen und rudimentäre Gestensteuerung.

Der verbaute Snapdragon Prozessor 835 ist deutlich schneller als der ältere 821er-Chip, der in Oculus Go rechnet. Das Brillengewicht liegt bei circa 270 Gramm. Beigelegt ist ein einzelner 3DoF-Controller mit Touchpad.

Bei der Software kooperiert Pico mit HTC und setzt auf die Vive-Wave-Entwicklerplattform. Besitzer der G2-Brille haben Zugang zum mobilen Viveport-Store. Das Unternehmen möchte zukünftig mehr Marktanteile im Bildungssektor und in der Industrie erlangen.

In China wird die G2-Brille für umgerechnet rund 250 Euro ab September verkauft. Wann und ob sie in den Westen kommt, ist nicht bekannt.

Der Vorgänger Pico Goblin kam im Herbst 2017 nach Europa. Im VRODO-Test konnte das Gerät nicht überzeugen: Zwar war die Hardware ok, allerdings hatte die Software signifikante Schwachstellen und es mangelte an brauchbaren Apps.

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