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Apple-Analyst Munster: “Apple wird ein Augmented-Reality-Unternehmen”

von Matthias Bastian14. Januar 2017

Die Frage, ob Apple in Augmented Reality einsteigt, stellt sich für Analyst Gene Munster nicht. Dennoch sieht er vorerst keine Brille im Portfolio des Techkonzerns.

Munster geht davon aus, dass Apple mit Augmented Reality im iPhone in den neuen Markt einsteigt. Im Gespräch mit CNBC kündigt er an, dass das kommende iPhone ein Hardware-Feature bietet, das Augmented-Reality-Apps ermöglicht. Details zur technischen Umsetzung nennt er nicht.

Damit widerspricht Munster Gerüchten um eine mögliche Kooperation zwischen Zeiss und Apple, bei der der deutsche Hersteller angeblich die Linsen für eine Augmented-Reality-Brille beisteuert.

Denkbar ist, dass Apple eine Antwort auf Googles Augmented-Reality-Sensoren Tango entwickelt hat, die in das kommende iPhone integriert werden. Strategische Übernahmen der letzten zwei Jahre legen das nahe.

Ein Tango-Smartphone ist bereits erschienen, zwei weitere sind in Entwicklung. Noch mehr Geräte sollen im Laufe des Jahres auf den Markt kommen. Sollte Googles Augmented-Reality-Feature erfolgreich sein, wäre es die erste Innovation im Smartphone-Markt seit langer Zeit. Zwar sind die ersten Testberichte zu Tango durchschnittlich, jedoch steht die App-Entwicklung noch ganz am Anfang.

Allein aus diesem Grund dürfte Apple zumindest mit vergleichbaren Prototypen experimentieren. Das Risiko, dass der Techkonzern abgehängt werden könnte, wäre ansonsten zu groß. Hinzu kommt, dass Apple-Chef Tim Cook Augmented Reality als neue Kerntechnologie sieht, die einen großen Markt erschließt.

“Im Moment ist es etwas für Geeks”, sagt Munster. “Letztendlich werden wir damit alles machen, Social, Lernen, Training.” Die aktuellen Entwicklungen seien nur der Anfang.

Vorerst keine Augmented-Reality-Brille von Apple

Obwohl Apple mit Augmented Reality im Formfaktor einer Brille experimentieren könnte, glaubt Munster nicht, dass in den kommenden fünf Jahren eine kommerzielle AR-Brille veröffentlicht wird.

Seine Annahme ist naheliegend, denn bis ein Produkt wie Hololens mit Apples Anspruch an Design, Funktion und Nutzungskomfort hergestellt werden kann, dürften noch Jahre vergehen.

Tim Sweeney, VR-Enthusiast und Chef der großen Games- und Engineschmiede Epic Games, geht gar davon aus, dass Augmented Reality noch fünf bis sieben Jahre Entwicklungszeit braucht, bis die Technologie als Brille reif ist für den Massenmarkt. Die Grundlagen für diesen Erfolg würden bis zu diesem Zeitpunkt in der VR-Forschung erarbeitet.

Munsters Geschäftspartner Andrew Murphy sieht die Anfänge von Apples Augmented-Reality-Bemühungen im aktuellen iPhone 7 Plus, das mit einer Dualkamera ausgestattet ist. Laut Murphy hat das “große Implikationen für 3D-Mapping und Bildverarbeitung in Echtzeit”. Auch die kabellosen Kopfhörer in Kombination mit der Apple Watch seien erste Anzeichen für eine Post-Smartphone-Ära.

| Featured Image: Pexels

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