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Apple AR: So entstand die beeindruckende “Wingnut AR” Demo

von Tomislav Bezmalinovic5. Juli 2017

Auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz WWDC stellte Apple das ARKit vor und präsentierte eine eindrucksvolle Demo von Wingnut AR, die die Leistungsfähigkeit des AR-Baukastens demonstrieren sollte. In einem Interview erzählt der Kreativdirektor des Studios, wie die Demo entstand und was Wingnut AR als nächstes plant.

Wingnut ist Peter Jacksons Filmproduktionsfirma. Vor einem Jahr gründete der Regisseur eine auf Augmented Reality spezialisierte Tochterfirma namens Wingnut AR, die das Potenzial des neuen Mediums erforschen und Inhalte für kommende AR-Plattformen produzieren soll.

Was auf der WWDC gezeigt wurde, ist das Ergebnis einer einjährigen Forschungsarbeit, sagt der Kreativdirektor von Wingnut AR Alasdair Coull gegenüber Cartoon Brew. Das in Wellington, Neuseeland ansässige Studios beschäftigt neben Programmierern und Effektspezialisten auch Fachleute aus der Spieleindustrie.

Zusammenarbeit mit Epic Games

“Im vergangenen Jahr ging es darum, die Werkzeuge zu schaffen und viel auszuprobieren,” sagt Coull. Für die Apple-Demo wollte das Studio eine filmische Erfahrung kreieren. “Das Ziel war, eine Welt zu schaffen und eine kleine Geschichte zu erzählen, die Hard- und Software ausreizt.”

Die Demo wurde mit Hilfe der neuesten Unreal Engine 4 erstellt. Die war zum damaligen Zeitpunkt noch nicht ins ARKit integriert, sodass Programmierer von Wingnut AR zuerst ein Plugin schreiben mussten. Später beteiligte sich Epic Games an der Entwicklung des Plugins und machte es nach der WWDC öffentlich zugänglich.

Die Arbeit an kommerziellen Inhalten hat erst begonnen

Die AR-Demo lief auf dem iPad Pro durchgehend mit 60 Bildern pro Sekunde, selbst bei der Explosion am Ende der AR-Szene. Um diese hohe und stabile Bildwiederholrate zu ermöglichen, programmierte das Studio spezielle Tools, die die Effekte performancetechnisch optimieren.

Nach Coull ist eine der größten Herausforderung für die Entwicklung solcher AR-Inhalte, dass man als Entwickler keine Kontrolle mehr über die Kamera hat. Mit dem gleichen Problem hätten zwar auch VR-Entwickler zu kämpfen, aber bei Augmented Reality käme als zusätzliche Schwierigkeit hinzu, dass man nicht kontrollieren kann, in was für eine Umgebung die Szene projiziert wird.

Die auf der WWDC gezeigte Demo wird ein Forschungsprojekt bleiben. Ein richtiges Spiel daraus zu machen, ist laut Coull nicht geplant. “Augmented Reality ist eine neue Plattform und wir haben gerade erst die R&D-Phase verlassen und begonnen, uns auf die Entwicklung von Inhalten für Endkunden zu konzentrieren. Wir wollen sicherstellen, dass wir das gut hinbekommen.”

| Featured Image: Wingnut AR (Youtube-Screenshot) | Source: Cartoon Brew

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