Apple setzt voll auf Augmented Reality, derzeit noch mit dem Smartphone. Kurzfristig wird sich das wohl nicht ändern, denn Apple-Chef Tim Cook ist kein großer Freund der VR-Brille.

Nimmt man Cooks Äußerungen für voll, dann ist eine Apple-VR-Brille sehr unwahrscheinlich. Der Chef des größten Tech-Konzerns der Welt ist von der digital erweiterten Realität viel mehr angetan als von rein virtuellen Welten.

Im Interview mit BBC sagt Cook, dass Virtual Reality zwar einige interessante Nischenanwendungen biete, es mangele der Technologie jedoch an Tiefgang. Augmented Reality hingegen könne menschliche Fähigkeiten und Verbindungen verstärken und stifte potenziell in allen Bereichen des Lebens einen Nutzen. AR-Technologie isoliere nicht sozial und biete den Tiefgang, der VR fehle. “Ich bin kein großer Fan von Virtual Reality”, sagt Cook.

Die Ankündigung von ARKit fürs iPhone wird laut Cook rückblickend als wichtiger Meilenstein in der Tech-Geschichte auftauchen. Eine fortschrittliche AR-Brille ist kurzfristig wohl nicht von Apple zu erwarten, denn laut Cook existiert die für den Bau benötigte Technologie noch nicht.

Unabhängig von Cooks VR-Aversion bietet Apple die Virtual Reality auf Umwegen an: Die VR-Brille HTC Vive wird seit dem Sommer offiziell unterstützt und läuft mit Apple-Rechnern. Den Launch des ARKits für das iPhone diskutieren wir im VRODO-Podcast.

Zuckerbergs Gegenthese

Facebook-Chef Marc Zuckerberg unterstützt die exakte Gegenthese zu Cook: Virtual Reality isoliert die Menschen nicht, sondern bringt sie zusammen – in der digitalen Welt. Seine Ansicht bestärkte Zuckerberg Anfang Oktober auf einer Fachkonferenz, auf der er VR-Technologie als “befreiend” bezeichnete.

“Unsere Realität ist limitiert und Erfahrungen für mehr Menschen verfügbar zu machen, ist nicht isolierend. Es ist befreiend”, sagte Zuckerberg. Sein Plan sei es, eine Milliarde Menschen in VR zu bringen.

Der Facebook-Chef sieht die Telepräsenz als Alleinstellungsmerkmal, also die Möglichkeit, unabhängig vom physischen Standort gemeinsam mit Menschen gefühlt an einem anderen Ort zu sein. Als Beispiele dienen Zuckerberg eine Seniorin, die mit der VR-Brille um die Welt reist oder Pendler, die sich mit Telepräsenz-Meetings lange Anfahrtswege ersparen. Facebooks aktuelles Experiment zur Telepräsenz ist die Social-VR-Anwendung Spaces.

| Featured Image: Mike Deerkoski, Flickr, Lizenziert nach CC BY 2.0

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