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“Apple Iris”-Leak: Google Glass in besser könnte nächstes Jahr erscheinen

von Matthias Bastian4. Juni 2017

Ein verifizierter Insider von Foxconn teilt bei Reddit sein Wissen über Apples Datenbrille namens “Iris”. Das Gerät könnte im kommenden Jahr veröffentlicht werden – falls es überhaupt erscheint.

Laut dem Foxconn-Leaker ist Apples Iris eher eine verbesserte Version von Google Glass und keine Antwort auf Microsofts Hololens. Das Gerät hat zwar Headtracking integriert, vermisst aber Sensoren, mit denen es die Umgebung in Echtzeit scannen und digitale Objekte darin platzieren könnte. Stattdessen werden Informationen – wie bei Google Glass und anderen Datenbrillen – statisch im Sichtfeld des Brillenträgers angezeigt.

Durch den Verzicht auf eine echte Augmented-Reality-Funktion hätte Apple zwei wesentliche Vorteile. Das Unternehmen vermeidet Diskussionen um Privatsphäre und Sozialverträglichkeit der Brille, da keine Kameras verbaut sein müssen.

Außerdem wäre ein Mainstream kompatibles, schlankes Design möglich, das an eine gewöhnliche Brille erinnert. Echte Augmented-Reality-Brillen wie Hololens sind aufgrund der Vielzahl an benötigten Sensoren deutlich klobiger.

Apple Iris: Augmented Reality für den Massenmarkt

Der Foxconn-Insider unterscheidet nicht zwischen einfacher Datenbrille und echter Augmented Reality und bezeichnet Iris als Apples Versuch, AR in den Mainstream zu bringen. Er beschreibt das Design als “sehr einzigartig”. Die Brille habe das Potenzial, ähnlich disruptiv zu wirken wie das iPhone vor zehn Jahren.

Der Rahmen der Brille sei für den Alltagsgebrauch gestaltet, soll für Männer und Frauen und in drei Designs erscheinen: Schwarz, Champagner und Crystal. Für die Optik kooperiert Apple mit Zeiss Smart Optics. Die Linse kann transparent und polarisiert sein und Sehschwächen ausgleichen. Zur Zusammenarbeit zwischen Apple und Zeiss gab es Anfang 2017 erste Gerüchte.

Das Display für Iris produziert Kopin. Es soll ein spezielles Near-Eye-Display sein, das mit 428 x 240 Pixel auflöst. Das US-Unternehmen stellte erst kürzlich für VR und AR optimierte Micro-OLEDs vor, die bei einer Auflösung von 2.048 x 2.048 Pixel nur ein Zoll groß sind und so deutlich schlankere Gerätedesigns ermöglichen.

Ebenfalls verbaut sind Kopfhörer mit Knochenleitung, Mikrofone, ein Lichtsensor und eine Sensoreinheit. Diese wird für die Navigation, einen Schrittzähler und fürs Headtracking benötigt. Apps werden offenbar via Kopfbewegung bedient.

Den Preis der Brille schätzt der Foxconn-Leaker auf circa 600 US-Dollar, das soll das Vierfache des Herstellungspreises sein. Die Veröffentlichung prognostiziert er für 2018 oder 2019. Das Projekt könne noch abgebrochen werden, die Wahrscheinlichkeit liege bei immerhin 65 Prozent.

Apples Datenbrille wurde bereits im vergangenen November von der Webseite Bloomberg beschrieben. Sie wird kabellos mit dem iPhone verbunden, das die Informationen zuspielt, die im Sichtfeld des Trägers erscheinen sollen. Womöglich ist Iris ein sinnvoller Zwischenschritt, bis komplexere Augmented-Reality-Hardware, die Apple ebenso erforscht, miniaturisiert werden kann.

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