AntVR verspricht eine SteamVR-kompatible Augmented-Reality-Brille mit schmalem Formfaktor und geringem Gewicht sowie optionalem Raum-, Augen und Handtracking und 3D-Controllern.

Update vom 19. Mai:

Acht Stunden nach Kampagnen-Start erreichte AntVRs Mix-Brille bereits das Finanzierungsziel über 42.000 Euro. Aktuell haben 187 Unterstützer etwas über 100.000 Euro aufgebracht.

Aufgrund des geringen Finanzierungsziels dürfte die Kickstarter-Kampagne – wie so häufig – eher eine Promo-Aktion mit angeschlossener Bestelloption sein. Entwicklung und Vertrieb der Brille werden nicht von 42.000 Euro abhängig sein. Eine grundlegende Projektfinanzierung hatte die Kampagne daher wohl kaum im Sinn, auch wenn AntVR diesen Eindruck erwecken möchte.

Sollten 150.000 Euro zusammenkommen, will AntVR einen “VR-Visor” anbieten: Dieser blickdichte Linsenaufsatz ersetzt die transparenten Linsen der AR-Brille und blockiert das Umgebungslicht. Nach dieser Modifikation soll das Mix-Gerät laut AntVR als VR-Brille geeignet sein. Die Kickstarter-Kampagne läuft noch bis zum 15. Juni.

Ein Linsenaufsatz soll aus der transparenten AR-Brille eine blickdichte VR-Brille machen. Bild: AntVR

Ein Linsenaufsatz soll aus der transparenten AR-Brille eine einigermaßen blickdichte VR-Brille machen. Bild: AntVR

Für den 21. April um 22 Uhr deutscher Zeit verspricht AntVR eine Live-Demo der Brille. Der Stream soll auf der Kampagnen-Seite bei Kickstarter angeboten werden.

Außerdem veröffentlichte das Unternehmen ein neues Video mit ausgewählten Eindrücken zur Mix-Brille, die vor wenigen Tagen auf einer VR-Fachmesse in Los Angeles aufgezeichnet wurden. Demonstriert wurde der aktuellste Prototyp.

Update vom 15. Mai 2018:

Augmented-Reality-Brille Mix: Kickstarter-Kampagne gestartet

Die Kickstarter-Kampagne ist jetzt online. Das Finanzierungsziel beträgt 50.000 US-Dollar und ist zum jetzigen Zeitpunkt schon zur Hälfte erreicht.

AntVR verspricht eine AR-Brille mit einem schmalen Formfaktor und geringem Gewicht (130 Gramm) sowie optionalem Raum-, Augen und Handtracking und 3D-Controller. Das Gerät nutzt keine fortschrittliche Wellenleitertechnologie wie Hololens, sondern spiegelt das Bild zweier Displays (Auflösung: 1.200 mal 1.200 Bildpunkte pro Auge) in das Sichtfeld des Brillenträgers – ähnlich wie Meta 2 und Leap Motions North Star. Das Sichtfeld beträgt laut AntVR 96 Grad.

Die Mix-Brille wird per Kabel mit einem PC verbunden, ist mit SteamVR kompatibel und kann VR-Spiele (mit dunklem Hintergrund) in die reale Umgebung projizieren.

Das folgende Bild zeigt die verschiedenen Kickstarter-Angebote. Ausgeliefert werden soll die AR-Brille Ende 2018.

Mix_Brille_Kickstarter_Angebot

Basisartikel vom 18. April 2018:

Konkurrenz für Hololens und Magic Leap? Mix-Brille startet im Mai für 500 USD

Die Augmented-Reality-Brille “Mix” soll ab Mai bei Kickstarter angeboten werden. Sie soll sogar mit Virtual-Reality-Apps bei SteamVR kompatibel sein. Hersteller ist die chinesische Firma AntVR.

Der ein oder andere VR-Enthusiast mag sich an AntVR erinnern: Schon im Mai 2014 – lange vor dem Marktstart von Oculus Rift und Co. – verkaufte das Unternehmen bei Kickstarter erfolgreich eine VR-Brille.

Diese sollte mit PCs, Spielkonsolen und Mobilgeräten funktionieren und sogar mit einem universellen Lichtschwert-Controller kommen. 260.000 US-Dollar brachte AntVR dieses Versprechen damals ein.

Die Brille wurde letztlich mit Verspätung ausgeliefert und konnte der versprochenen Qualität nicht gerecht werden. In der Zwischenzeit verkaufte AntVR eine Reihe weiterer PC- und Smartphone-Brillen, die ihren Weg allerdings nicht in den Westen fanden.

Neuer Anlauf mit Augmented Reality

Mit der Mix-Brille unternimmt AntVR im Mai einen erneuten Kickstarter-Anlauf im hochpreisigen Segment. Der Hersteller verspricht ein Sichtfeld von 96 Grad bei einer Auflösung von 1.200 mal 1.200 Bildpunkten pro Auge und 90 Hz.

Ähnlich wie Meta 2 oder Leap Motions kürzlich vorgestellte Open-Source-AR-Brille projiziert die Mix-Brille das Bild der beiden Displays über einen Spiegeltrick in den Raum. Dadurch wird das im Vergleich zu Hololens und voraussichtlich auch Magic Leap viel weitere Sichtfeld erreicht.

Normalerweise sind solche Spiegelkonstruktionen eher klobig, Meta 2 zum Beispiel gleicht eher einem Helm als einer Brille. AntVR hat für Mix – ausgehend von den Produktbildern – offenbar dennoch einen eher kompakten Formfaktor erreicht. Unbekannt ist, welche Hardware darüber hinaus im Gehäuse verbaut ist.

Die Konstruktion der Mix-Brille erinnert an Meta 2, wirkt aber deutlich kompakter. Bild: AntVR

Die Konstruktion der Mix-Brille erinnert an Meta 2, wirkt aber deutlich kompakter. Bild: AntVR

Details dazu, wie sich die Mix-Brille im Raum orientiert, nennt AntVR nicht. Im Demo-Video unten ist allerdings zu erkennen, dass auf dem Brillenbügel das mobile Trackingsystem NoloVR des chinesischen Unternehmens Lyrobotix angebracht ist, das im März 2017 mit rund 230.000 US-Dollar bei Kickstarter finanziert wurde.

Es ist ist speziell für mobile VR- oder AR-Brillen gedacht und bietet Bewegungsfreiheit in alle Richtungen. In einem ersten Test war die Rede von einer guten Präzision bei einer zu hohen Latenz.

NoloVR besteht aus drei Komponenten: Einer batteriebetriebenen Basisstation, einem kugelförmigen Marker, der an der Oberseite der mobilen VR- oder AR-Brille befestigt wird und zwei Bewegungscontrollern. Technisch funktioniert es ähnlich wie Valves Lighthouse-System.

Neben dem Trackingsystem NoloVR bietet Lyrobotix eine Software für SteamVR-Unterstützung an. Bild: Lyrobotix

Neben dem Trackingsystem NoloVR bietet Lyrobotix eine Software für SteamVR-Unterstützung an. Bild: Lyrobotix

Die Kickstarter-Kampagne zur Mix-Brille soll im Mai starten ab einem Preis von 500 US-Dollar. Interessierte können sich hier für eine Benachrichtigung anmelden. Das Gerät soll in diesem Jahr ausgeliefert werden.

Im Trailer unten sieht man, dass die Mix-Brille auch mit SteamVR-Anwendungen kompatibel sein soll. Auch hierfür bietet Lyrobotix eine Software-Lösung an, angeblich sogar drahtlos. Neben den zwei Nolo-Controllern (siehe zweites Video unten) wird offenbar auch Leap Motions Fingertracking unterstützt.


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