Der beste Freund des Menschen soll auch der Künstlichen Intelligenz treue Dienste leisten: Von einem Hund lernte eine KI grundlegende Informationen über unsere Welt.

Digility 2018

Forscher der Universität Washington und des Allen Instituts für Künstliche Intelligenz trainierten eine KI mit Hundedaten. Richtig gelesen: Die Forscher montierten dem Hund – einem Alaskan Malamute namens Kelp – eine GoPro-Kamera auf den Kopf und filmten damit 380 kurze Videos. Zusätzlich trug der Hund Bewegungssensoren an den Pfoten und am Körper.

Diese Daten wurden gesammelt fürs KI-Training eingesetzt. Ziel der Aktion war es, herauszufinden, was eine Künstliche Intelligenz von einem Hund lernen kann.

Zumindest für sehr eindeutige und punktuelle Ereignisse funktioniert die ungewöhnliche KI-Hundeschule laut den Forschern tatsächlich: So lernte die KI anhand der Hundevideos, dass man eine Treppe hinaufsteigen oder einem Ball hinterherlaufen kann. Dieses Wissen erlangte die KI, indem sie in den Bildinformationen der Videos in Zusammenhang mit den Bewegungsdaten Muster erkannte.

KI findet Wege, erkennt Futter und Menschen

Die KI-Forscher beschreiben gegenüber The Verge, dass die Künstliche Intelligenz anhand des Hundewissens zum Beispiel ihre Fähigkeiten bei der Wegfindung optimieren konnte. Ein Hund wisse sehr genau, wo er hintreten könne. Außerdem sei er dazu in der Lage, beispielsweise Autos zu erkennen oder Erwachsene von Babys zu unterscheiden. Eine KI könnte sich mit diesem Wissen sicher in Umgebungen bewegen, über die sie kein Vorwissen hat.

Der beste Freund des Menschen soll auch der Künstlichen Intelligenz treue Dienste leisten, indem er ihr seine Welt zeigt.

Die KI kann das Pfadfindetalent des Hundes erlernen. Bild: Universität Washington, Allen Institut für Künstliche Intelligenz

Die Forscher untersuchten weiter, ob der Hund der KI etwas über die Welt beibrachte, das sie bei der Programmierung nicht explizit vorgesehen hatten. Das scheint so sein: Laut den Forschern zeigt die Hunde-KI Anzeichen “visueller Intelligenz” und kann zum Beispiel Futter, Hindernisse und andere Menschen oder Tiere erkennen.

Die KI kann das Hundeverhalten allerdings nicht vollständig imitieren. Dafür ist das Hundeleben in einer vielschichtigen Umwelt mit vielen Einflussfaktoren zu komplex.

Für die Forscher ist das KI-Training anhand von Tierdaten ein interessantes neues Feld, das bislang nicht erprobt wurde. Es soll sich speziell für das Training von in Robotern verkörperter Künstlicher Intelligenz eignen. Das vollständige Papier ist hier einsehbar.

| Featured Image: Universität Washington, Allen Institut für Künstliche Intelligenz


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