Das preisgekrönte Indie-Spiel Papers, Please erhielt vor kurzem eine Filmadaption. Als nächstes würde sich eine Umsetzung für Virtual Reality anbieten, denn das Spielkonzept ist wie gemacht für das Medium.

Das vom Indie-Entwickler Lucas Pope geschaffene PC-Spiel Papers, Please erschien 2013. Es wurde von Kritikern gefeiert, erhielt zahlreiche Preise und verkauft sich knapp zwei Millionen Mal (Stand August 2016).

In dem grafisch einfach gehaltenen Titel schlüpfen Spieler in die Rolle eines Grenzbeamten im fiktiven Ostblockstaat Arstotzka. Das Land war bis vor kurzem in einen Krieg mit einem benachbarten Staat verwickelt und öffnet nun allmählich seine Grenzen.

In der Funktion eines Einwanderungsbeamten müssen Spieler entscheiden, wer ins Land gelassen wird. Im nie versiegenden Strom der Gesuchsteller finden sich neben gewöhnlichen Durchreisenden und Heimkehrern auch Spione, Schmuggler und Terroristen, aber ebenso Hilfsbedürftige und Asylsuchende aller Art.

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Ein Screenshot aus dem Original. BILD: Lucas Pope

Der Spieler muss unter Zeitdruck Reisepässe, Arbeitsbewilligungen und andere Dokumente auf Fehler und Unstimmigkeiten untersuchen und darf sich keine Fehler leisten. Ansonsten wird der Lohn gekürzt und die eigene Familie verhungert oder erfriert – denn Nahrungsmittel und Heizöl sind teuer in dem kriegsversehrten Land.

Im Laufe des Spiels wird man vor lauter schwierige Entscheidungen gestellt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wem man letzten Endes Rechenschaft schuldig ist: dem Staat, hilfsbedürftigen Gesuchstellern oder der eigenen Familie.

Vorteile der Virtual Reality

Eine VR-Umsetzung des Indie-Klassikers bietet sich aus mehreren Gründen an. Zum Beispiel deshalb, weil man in Papers, Please VR keine großen Distanzen zurücklegen muss. Da der Schauplatz ein kleines Büro ist, stellt sich die Frage nach der Umsetzung künstlicher Fortbewegung gar nicht erst. Natürliche Bewegungen innerhalb des Trackingbereichs würden ausreichen, da alle Interaktionen in der unmittelbaren Umgebung stattfinden.

Da der dargestellte Raum klein ist, könnten man diesen besonders detailreich ausgestalten. Ein weiterer Vorteil des überschaubaren Spielumgebung: Nahe Gegenstände wirken plastischer als weit entfernte Objekte und kommen unter der VR-Brille besonders gut zur Geltung.

Ein weiterer Grund, der für eine VR-Umsetzung spricht: In Papers, Please arbeitet man hauptsächlich mit den Händen. Mit 3D-Controllern ließe sich das Hantieren mit und das Inspizieren von Dokumenten sowie das Stempeln des Passes viel natürlicher umsetzen als mit Maus und Tastatur.

Auch die emotionale Dimension des Spiels könnte durch Virtual Reality hinzugewinnen, da man den Gesuchstellern gegenübersteht und ihnen direkt in die Augen sehen kann.

Kommt eine VR-Version?

Der Entwickler von Papers, Please dachte selbst schon über eine VR-Umsetzung seines Hits nach, ist jedoch mit anderen Projekten ausgelastet. Eine VR-Version wird, wenn überhaupt, nicht in absehbarer Zeit erscheinen, schrieb Pope 2015 bei Twitter:

 

Eine VR-Adaption dürfte vor allem dann recht aufwendig sein, wenn man die einfachen Pixelfiguren des Originals in dreidimensionale, digitale Menschen verwandeln wollte. In der PC-Version erwachen diese Menschen dank der Vorstellungskraft der Spieler zum Leben, in der VR-Umsetzung müsste die Simulation für diesen Effekt sorgen.

Die Filmadaption von Papers, Please ist seit letzter Woche kostenlos auf Youtube erhältlich. Sie bietet deutsche Untertitel und ist sehr sehenswert.

| Featured Image: Кинодом (Youtube-Screenshot)

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