0

Augmented Reality: Erklär-App für Hyperloop

von Matthias Bastian18. November 2015

Technologie ist häufig erklärungsbedürftig. Speziell dann, wenn sie völlig neuartig ist oder gar disruptiv sein könnte. So wie das „Hochgeschwindigkeitstransportsystem“ Hyperloop. Eine deutsche Agentur will mit einer Augmented-Reality-App erklären, wie Hyperloop funktioniert.

Hyperloop ist ein Prestige-Projekt von Elon Musk, dem US-Milliardär, der sein Vermögen gerne in alternative Antriebstechnologien, neue Mobilitätskonzepte und speziell Elektromobilität investiert. Unter anderem ist er Inhaber des E-Autobauers Tesla Motors. Auch die Hochgeschwindigkeitskapseln des Hyperloop sollen ausschließlich mit Elektroenergie funktionieren: Laut dem Konzeptpapier sollen die Kapseln mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1.200 km/h durch eine Vakuumröhre rasen. Glaubt man Musk, soll das auf Strecken von bis zu 1.500 Kilometern schneller und gleichzeitig deutlich günstiger sein als mit der Bahn oder dem Flugzeug zu reisen. In den kommenden Wochen beginnt Hyperloop Transportation Technologies (HTT) mit dem Bau der ersten Teststrecke in Quay Valley – einer Stadt zwischen Los Angeles und San Francisco. Das Konzept wird aber nicht von allen Seiten unkritisch gesehen, es gibt Zweifel an der technischen Machbarkeit, aber auch an Musks optimistischer Kostenkalkulation und der ökonomischen Sinnhaftigkeit des Projekts. Trotzdem: Wer würde Hyperloop nicht gerne mal in Aktion sehen?

Die Besonderheit am Hyperloop-Konzept ist der Crowdsourcing-Ansatz von HTT: Das Unternehmen will, dass sich die Communty kritisch mit der Technologie befasst, Probleme analysiert und sie verbessert. Transparenz ist also wichtig für das Hyperloop-Projekt und die deutsche Agentur RE’FLEKT soll dabei mithelfen, diese zu erreichen. Dafür bauten sie eine Augmented-Reality-App, die Hyperloop anschaulich erklärt. Richtet man das Tablet mit der eingebauten Kamera auf die verschiedenen Bauteile der Highspeed-Kapseln, die auf einer großen Wand dargestellt werden, erscheinen auf dem Display interaktive Erklärstücke und Infografiken.

GIF

“Mit der Augmented Reality Wall können die Nutzer den Hyperloop selbst erkunden und lernen dabei alles Wichtige rund um die Technik, die Sicherheit und den Reisekomfort in den modernen Hyperloop-Kapseln. Die Menschen können damit besser verstehen, dass der Hyperloop mehr als eine Vision ist”, sagt uns Dirk Schart von RE’FLEKT, der an Konzept und Entwicklung der App beteiligt war. Wert wurde dabei neben Design und den Informationen auch auf die Usability gelegt – das Interface der App lässt sich jederzeit mit nur zwei Daumen bedienen, so kann der Nutzer das Tablet stets mit beiden Händen festhalten. Die vollständige Demo der App gibt es hier.

Viele Einsatzmöglichkeiten für Augmented Reality

Immer mehr Unternehmen setzen Augmented Reality für Erklärstücke oder interaktive Anleitungen ein. Vor wenigen Tagen erst kündigte Hyundai ein Benutzerhandbuch für eines ihrer Modelle an, das komplett als Augmented-Reality-App funktioniert. Auch IKEA oder Ferrari experimentieren schon mit der neuen Technologie; Metaio, das deutsche Unternehmen, das daran maßgeblich beteiligt war, gehört mittlerweile zu Apple. Der Autobauer BMW versucht in Kombination mit einer speziellen Datenbrille Augmented Reality für mehr Fahrsicherheit- und komfort einzusetzen. Einen besonders interessanten Ansatz wählt die US-Nobelkaufhauskette Neimann Marcus: Der “Memory Mirror” spart Zeit beim Shopping, denn das Spiegelbild zeigt das potenzielle neue Outfit in verschiedenen Farben oder Mustern, ohne, dass man sich jedesmal umziehen muss.

| SOURCE: REFLEKT
| FEATURED IMAGE: REFLEKT / HTT
| GIF: REFLEKT / HTT