Apple übernimmt Akiona Holographics aus Denver. Das Unternehmen arbeitet an Spezialdisplays für Augmented Reality.

Die Übernahme (via Reuters) ist das wohl bislang deutlichste Zeichen, dass Apple an einer Augmented-Reality-Brille arbeiten könnte: Akiona Holographics ist Spezialist für sogenannte Wellenleiterdisplays, die aufgrund ihrer Durchsichtigkeit, dem geringen Gewicht und da sie nahe am Auge getragen werden können besonders gut für AR-Brillen geeignet sind.

Mikroprojektoren senden RGB-Lichtstrahlen durch Wellenleiter, die entlang einer Linse laufen. Über einen Reflektor auf der Linse werden die Strahlen in das Auge projiziert. Anders als beispielsweise bei einem herkömmlichen LC-Display entsteht das Bild nicht auf dem Screen, sondern direkt im Auge.

Wellenleiterdisplays sind unter anderem in Microsofts Hololens und in Magic Leap One verbaut. In der Magic-Leap-Brille sind sogar zwei Wellenleiterdisplays übereinandergelegt. Dadurch ergeben sich zwei Fokusebenen: eine für nahe und eine für weiter entfernte Objekte.

Akonia will Sichtfeldproblem lösen

Schwachstellen von Wellenleiterdisplays in AR-Brillen sind insbesondere das enge Sichtfeld sowie Probleme bei der Farbwiedergabe.

Akiona Holographics verspricht für die Zukunft Besserung mit der selbstentwickelten Technologie “Holomirror”, die eine “dramatisch höhere Leistung” bieten soll als aktuelle Darstellungsverfahren.

Mit Holomirror könnten AR-Brillen gebaut werden, die transparent, schlank und leicht seien bei einem weiten Sichtfeld und geringen Produktionskosten, heißt es auf der Webseite. Bisherige Wellenleiterdisplays von Akonia sollen ein horizontales Sichtfeld von circa 60 Grad erreichen (Hololens: 35 Grad, Magic Leap: 40 Grad).

Das Unternehmen besitzt laut eigenen Angaben über 140 Patente in Verbindung zu “holographischen Systemen und Materialien” und bezeichnet sich selbst als “Weltmarktführer”.

Zur Übernahmesumme ist nichts bekannt. Angeblich steht der Deal schon seit einigen Monaten fest. Akiona Holographics wurde 2012 gegründet und durchlief direkt im Gründungsjahr die erste und einzige Finanzierungsrunde über 11,6 Millionen US-Dollar.

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