Offenbar lässt sich Avegants spannende Lichtfeldtechnologie noch nicht ausreichend kommerzialisieren. Das Unternehmen muss viele Mitarbeiter entlassen.

Das auf Lichtfeld-Displays spezialisierte Mixed-Reality-Startup Avegant hat in den vergangenen Wochen mehr als die Hälfte der Mitarbeiter entlassen müssen, berichtet die Webseite The Verge unter Berufung auf unternehmensnahe Quellen. Der Geschäftsführer Jörg Tewes musste Anfang Februar ebenfalls gehen. Er leitete das Unternehmen seit September 2014. An seine Stelle rückt der Unternehmensgründer Ed Tang.

Vor den Entlassungen hatte Avegant circa 40 bis 50 Mitarbeiter. Die jetzt weniger als 20 verbliebenen Mitarbeiter sind im Bereich Forschung und Entwicklung aktiv oder bemühen sich um Technologie-Partnerschaften. Avegant wurde 2012 in der San Francisco Bay Area gegründet und hat seitdem rund 50 Millionen US-Dollar von Investoren erhalten.

Das Ziel bleibt das Lichtfeld-Display

Tang kommentiert die Entlassungen nicht, bestätigt aber, dass er die Geschäftsführung übernommen hat. Das Ziel von Avegant, ein kommerziell verwertbares Lichtfeld-Display zu entwickeln, habe sich nicht geändert. Das Unternehmen sei kurz davor, eine Finanzierungsrunde über zehn Millionen US-Dollar abzuschließen für die Entwicklung der zweiten Generation Lichtfeld-Display.

Anders als die Videobrille Avegant Glyph (Testbericht) soll der Prototyp einer Augmented-Reality-Brille nicht direkt an Kunden verkauft werden. Er dient lediglich dazu, Avegants eigentliches Produkt zu präsentieren, das Lichtfeld-Display mit mehreren Fokusebenen. Einzelne Pixel sind nicht zu sehen.

Dieses Zukunftsdisplay könnte für VR und AR einen Durchbruch bedeuten: Der AR- oder VR-Brillenträger kann dank der verwendeten Lichtfeldtechnologie ein Objekt im Vordergrund scharfstellen und der Hintergrund wird unscharf oder andersherum, so wie im echten Leben. Der Seheindruck ist dadurch viel natürlicher.

Bei unserem Test des Prototyps überzeugte dieser natürliche Scharfstelleffekt, allerdings schmälerte das enge Sichtfeld den Gesamteindruck. Neben Avegant arbeitet unter anderem Magic Leap an dem neuen Darstellungsverfahren.

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