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Augmented Reality: Bis zu 200 Millionen US-Dollar für Daqri

von Matthias Bastian28. Oktober 2016

Lange Zeit war es ruhig um das Augmented-Reality-Startup Daqri. Jetzt berichtet Bloomberg, dass das Unternehmen kurz davorsteht, eine Finanzierungsrunde über bis zu 200 Millionen US-Dollar erfolgreich abzuschließen.

Neue VR- und AR-Technologien dienen nicht alleine der Unterhaltung, sondern bieten auch im industriellen Kontext reichlich Potenzial. Kürzlich berichtete Thyssen Krupp, dass Wartungsarbeiter für Fahrstühle bis zu viermal schneller arbeiten, wenn sie Baupläne mit Hololens direkt ins Sichtfeld einblenden.

Christoph Heinen leitet beim mittelständischen Lackierbetrieb Bergolin die IT. Das Unternehmen experimentiert bereits mit Hololens. “Mir ist es wichtig, dass alle Vorgänge im Unternehmen in Echtzeit zurückgemeldet werden. Nur so können wir Industrie 4.0 in der Produktion und Logistik erreichen”, sagt Heinen.

Da die Mitarbeiter in der Produktion schwere und mit Chemikalien behaftete Handschuhe tragen, mussten diese bislang immer ausgezogen werden, bevor am Industrieterminal eine Rückmeldung eingegeben werden konnte. Außerdem waren diese Terminals nur an bestimmten Plätzen in der Produktion verteilt. “Das führt dazu, dass die Mitarbeiter versuchen, alle Rückmeldungen gesammelt nach der Arbeit […] zu erfassen.”

Diesem Problem kommt man bei Bergolin nun mit Hololens bei: Digitale Terminals sind überall im Raum verteilt und können während der Arbeitszeit mit Fingergesten bedient werden. Die Handschuhe bleiben an.

Daqri will Augmented Reality für die Industrie perfektionieren

Viele VR- und AR-Brillen sind noch nicht optimiert für den Einsatz in der Werkshalle. Hinzu kommt, dass ein fragiles Gerät wie Hololens nicht alle Sicherheitsstandards erfüllt. Genau hier wittert das in Los Angeles ansässige Startup Daqri eine Marktlücke. Das Unternehmen bastelt an Augmented-Reality-Arbeiterhelmen, die hochwertige AR-Features bieten und dabei sämtliche Sicherheitsstandards erfüllen sollen. Das Highend-Produkt wird derzeit für 15.000 US-Dollar inklusive Service verkauft.

Bloomberg beruft sich auf eine anonyme Quelle aus Industriekreisen und berichtet, dass das Unternehmen bis zu 200 Millionen US-Dollar von Investoren bekommen soll. Das würde Daqri zu einem der wertvollsten Unternehmen der Branche machen. Bislang lief das in 2010 gegründete Startup offenbar nur auf Basis eines Vermögens von circa 15 Millionen US-Dollar, die 2013 von privaten Investoren eingebracht wurden. Der zu erwartende finanzielle Sprung ist also groß und somit dürfte die Weiterentwicklung der Technologie deutlich davon profitieren. Das bringt die gesamte Branche voran.

Im Video erklärt der Unternehmensgründer Brian Mullins die Unterschiede zwischen Virtual Reality, Augmented Reality und Mixed Reality. Sein Fazit: Es gibt fast keinen. Es handele sich vielmehr um ein neues Paradigma für visuelle Computerplattformen. “Wenn die Technologie reif ist und eine optimale Erfahrung bietet, dann wird niemand mehr Virtual Reality, Augmented Reality oder Mixed Reality sagen. Es sagt ja auch niemand ‘Informationsautobahn’ statt Internet.”

| Featured Image: Daqri