Update:

Laut eines erste Testberichts der US-Seite Engadget demonstriert Bose die Brille in Texas in einer Einkaufsstraße. Der Träger kann Informationen zu Restaurants oder Shops aufrufen, in dem er das Geschäft ansieht und doppelt auf den Brillenbügel tippt. Das soll zumindest in der Bose-Demo verlässlich funktionieren. Nebenbei dient die Brille auch als Musikabspielgerät.

Generell soll Audio-AR für größere Objekte geeignet sein, also zum Beispiel für eine Kirche, einen Fluss und typische Sehenswürdigkeiten, bei denen die exakte Positionierung des Brillenträgers nicht entscheidend ist. Die GPS-Ortung ist aber nicht präzise genug, damit die Brille zu kleinen Objekten Kontextaudio liefern kann, beispielsweise zu einem Straßenschild.

Ursprünglicher Artikel vom 10. März 2018:

Der Audiospezialist Bose investiert 50 Millionen US-Dollar in eine Augmented-Reality-Plattform, die die Umgebung mit Klängen und Sprache digital erweitern soll.

Auf dem Trendfestival South by Southwest in Texas stellt Bose die klangvolle AR-Brille “Bose AR” vor, die speziell für kontextbezogene Audioeinblendungen entwickelt wurde. Diese “Hörbrille” soll laut Bose “die Zukunft des mobilen Sounds” werden.

Laut der Pressemitteilung weiß die Brille, was man gerade ansieht. Damit das klappt, muss sie mit einem Smartphone verbunden sein, das den Brillenträger via GPS ortet. Für die Auswertung der Blickrichtung sind Bewegungssensoren in der Brille integriert. Eine Bose-App sammelt die Daten der beiden Geräte und spielt zur Umgebung passende Audiodateien ab.

Die GPS-Daten in Kombination mit den Brillensensoren erlauben zwar keine auf den Millimeter genaue Positionsbestimmung. Aber der Anspruch bei Audio-AR an eine exakte Ortung fällt deutlich geringer aus als bei visueller Augmented Reality. Letztlich entscheiden die Anwendungsszenarien, ob die Bewegungen des Nutzers ausreichend präzise erfasst werden.

Sprechende Statuen, Flughafen-Navigation und automatische Übersetzungen

Bose will, dass Audio-AR im Tourismus, für die Navigation oder fürs Lernen eingesetzt wird. Brillenträger könnten beispielsweise eine Statue einer historischen Persönlichkeit anschauen und dabei parallel eine Rede von ihr hören.

Betrachten sie ein Schild in fremder Sprache, soll Bose AR die Übersetzung ins Ohr flüstern. Am Flughafen soll die Brille zum richtigen Gate lotsen. Der Blick in die Wolken aktiviert die Wettervorhersage. Steht man vor einem Restaurant, könnten Gästebewertungen vorgelesen werden.

Theoretisch wären solche Anwendungen rein mit dem Smartphone und kabellosen Kopfhörern umsetzbar. Allerdings wäre das weniger komfortabel, da der Anwender permanent sein Smartphone in die Luft strecken und auf Objekte ausrichten müsste. Die Brille auf der Nase geht die Kopfbewegungen ganz natürlich mit. Bedient wird sie durch Kopfgesten und Berührung am Brillengestell.

50 Millionen US-Dollar für App-Ideen

Die zugrundeliegende Audiotechnologie kann laut Bose in viele Objekte und Apps integriert werden, zum Beispiel in einen Schutzhelm oder als zusätzliche Informationsebene für Google Maps. Bose will bis zu 50 Millionen US-Dollar in die App-Entwicklung stecken und sucht nach qualifizierten Studios. Details dazu stehen hier.

Die Audio-AR-Brille soll ab Sommer als Entwicklerversion verfügbar sein. Wer Interesse hat, kann sich auf der offiziellen Webseite für einen Newsletter anmelden.

Wann das Gerät für Endkunden erscheint und was es kostet, steht noch nicht fest. Ebenso ist derzeit nicht bekannt, ob individuelle Korrekturlinsen eingesetzt werden können. Das würde wohl die Chance auf gute Verkaufszahlen steigern: Wer ohnehin eine Brille tragen muss, ist wohl deutlich eher dazu bereit, mit einem Tech-Upgrade auf der Nase zu experimentieren.

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