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Augmented-Reality-Brille von Lumus: Besser als Hololens?

von Carolin Albrand12. Januar 2016

Auf der CES 2016 präsentierte das Unternehmen Lumus eine neue Augmented-Reality-Technologie, die zukünftig mehr bieten könnte als Microsofts Hololens.

Das israelische Unternehmen Lumus arbeitete bisher primär als Zulieferer von optischen High-End-Systemen für die Hersteller von Smartglasses oder Kunden aus dem Militär. Das neue Entwicklerkit DK-50 soll laut der Pressemitteilung “die bisher fortschrittlichste Augmented-Reality-Technologie überhaupt” verbaut haben.

Ähnlich wie Hololens kann auch die Lumus-Brille via Sensoren und Stereo-Kameras die Umgebung in Echtzeit und 3D scannen, um dann die digitalen Einblendungen in diese einzubetten und zu tracken. Dieses Feature unterscheidet sowohl die Lumus- als auch die Microsoft-Brille von anderen Augmented-Reality-Brillen wie Google Glass, die einfach nur ein Bild in das Sichtfeld des Nutzers projizieren. Lumus bezeichnet das als “echte Augmented Reality” und will sich damit von anderen Datenbrillen absetzen.

Besonders das für eine Datenbrille relativ weite Sichtfeld von 40 Grad fällt bei den technischen Spezifikationen positiv auf. Das enge Sichtfeld des aktuellen Hololens-Prototypen von nur rund 20 Grad ist der aktuell größte Kritikpunkt an Microsofts “holographischem Computer”. Zusätzlich ist im DK-50 ein schneller Qualcomm-Snapdragon-Prozesser verbaut, die Brille läuft mit Android. Die digitalen Bilder werden für beide Augen via Mikro-Projektor projiziert und lösen mit 720p auf. Lumus arbeitet bereits an einer 1080p-Variante mit einem Sichtfeld von 60 Grad, die noch in 2016 fertiggestellt werden soll. Die Funktionsweise der Brille wird im folgenden Video kurz erklärt:

Ein Reporter von Tom’s Guide hatte auf der CES 2016 Gelegenheit, die neue Datenbrille mit seinen bisherigen Eindrücken der Hololens zu vergleichen – und war vom DK-50 restlos begeistert. Die digitalen Projektionen der Lumus-Brille seien qualitativ hochwertiger und farbenfroher als die der Hololens. Dank des weiteren Sichtfelds würden diese auch nicht direkt aus dem Sichtfeld verschwinden, was die gesamte Erfahrung deutlich glaubhafter und immersiver mache. Auch die Tester der US-Online-Magazine Slashgear und Engadget loben die Qualität der Projektionen und das weite Sichtfeld.

Lumus DK-50 ist eine Augmented-Reality-Brille, die Hololens in den Schatten stellen könnte.

Vorderansicht des Lumus-Prototypen. Die Mini-Projektoren sitzen links und rechts an den Brillenbügeln. BILD: Lumus

Eine Version für Endkunden ist allerdings lange nicht in Sicht, denn das DK-50 wurde primär für Werbezwecke entwickelt. Ziel ist es, Hardware-Herstellern zu zeigen, was mit hochwertigen Augmented-Reality-Brillen möglich ist – und das Wachstum des Marktes anzutreiben. “Wir sind extrem stolz darauf, die erste optische Displaytechnologie vorzustellen, die sich für ein wirklich glaubhaftes AR-Erlebnis eignet. Dank unserer Technologie ist es möglich eine großformatiges, hochauflösendes und helles virtuelles Bild darzustellen und das mit einem leichten, tragbaren Display für ein Brillengestell”, sagt Lumus CEO Ben Weinberger.

Lumus will die Hardware im Laufe des Jahres für rund 3.000 US-Dollar an Entwickler verteilen, die dann hochwertige Software dafür entwickeln sollen. Das japanische Unternehmen SUNCORP will als erster Hersteller ein Produkt basierend auf dem DK-50 Design entwickeln. Ein Hands-on Video gibt es hier.

| VIA: Tom’s Guide
| FEATURED IMAGE: Lumus