Acht Monate nach dem Debüt öffnet Facebook die eigene Augmented-Reality-Plattform Camera Effects für alle Entwickler. Demnächst kann damit nicht mehr nur das Gesicht, sondern auch die Umgebung digital erweitert werden.

Wer sich wundert, was es mit Facebooks AR-Funktionen auf sich hat und diesen womöglich noch gar nicht begegnet ist: Sie sind direkt in die Facebook-Kamera integriert – daher der Name Camera Effects. So findet man sie: Facebook-App öffnen, nach links wischen, um die Kamera zu starten und anschließend auf den Zauberstab klicken und zwischen den Effekten wählen.

Facebook arbeitete in den vergangenen Monaten mit ausgewählten Entwicklern und Marken für die ersten AR-Effekte. Unter anderem steuerten HBO zu Game of Thrones und Disney zu Star Wars (siehe unten) hochwertige Masken samt Effekten bei. Laut Facebook beteiligten sich über 2.000 Unternehmen an der neuen Plattform.

AR Studios wird fortlaufend ausgerollt und soll in den nächsten Tagen allen FB-Entwicklern zur Verfügung stehen. Diese finden hier eine Dokumentation.

Den Podcast findet hier hier.

Erst das Gesicht, dann die ganze Welt

Mit der Erweiterung der Entwicklergemeinde kommt auch eine neue Funktion: In den kommenden Tagen führt Facebook den neuen “World Effect” ein, der vergleichbar ist mit Snapchats “World Lenses” oder Googles neuen Augmented-Reality-Stickern für die Pixel Smartphones.

Nutzer können mit dem neuen Effekt nicht mehr nur sich selbst, sondern auch ihre Umgebung mit Computer-Effekten anreichern. Facebook verspricht digitale 3D-Objekte, die auf Oberflächen platziert werden können und die mit ihrer physischen Umgebung interagieren.

Neben Apple mit ARKit und Google mit ARCore starten dann alle drei großen Techkonzerne mit einer Smartphone-AR-Plattform in das kommende Jahr.

Augmented Reality für alle mit dem Smartphone

“Wir wollen, dass Künstler, Entwickler, Marken und Kreative tolle AR-Erfahrungen schaffen können”, schreibt Facebook-Manager Ficus Kirkpatrick. Die Smartphone-Kamera als Plattform sei ein erster Schritt, um Augmented Reality zu einem Bestandteil des Alltags zu machen.

Ähnlich argumentierte Facebook-Chef Marc Zuckerberg bei der Vorstellung von Camera Effects im vergangenen April. Er begründete, weshalb die Smartphone-Kamera als Plattform vorerst ausreichen muss: “Ich dachte mal, dass Brillen die erste AR-Plattform werden. Und dass wir sie in fünf oder zehn Jahren in dem Formfaktor haben, den wir alle wollen.” Die dafür notwendige Technologie sei jedoch noch nicht verfügbar.

“Wir benutzen keine primitiven Werkzeuge, weil wir primitive Werkzeuge vorziehen. Wir benutzen sie, weil es noch keine besseren gibt”, sagte Zuckerberg. Das Smartphone habe sich als AR-Plattform etabliert.

Zuletzt zweifelte Oculus-Forschungschef Michael Abrash grundlegend daran, dass eine AR-Brille mit dem Formfaktor einer Sonnenbrille überhaupt gebaut werden kann – obwohl Facebook Milliarden US-Dollar in die Forschung investiert: “Die Gesetze der Physik könnten verhindern, dass wir jemals brauchbare AR-Brillen bauen.” Wenn es jedoch möglich sei, würde es wohl in den nächsten zehn Jahren passieren.


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