Der chinesische Smartphone-Riese Huawei will bei Augmented Reality mitmischen.

Im Gespräch mit CNET bestätigt Huaweis Consumer-Business-Chef Richard Yu die Entwicklung einer Augmented-Reality-Brille, die in Verbindung mit dem Smartphone funktioniert.

Bis die Brille erscheint, soll es gar nicht mehr so lange dauern: Yu geht davon aus, dass die AR-Industrie in den nächsten ein bis zwei Jahren lukrativ wird für Unternehmen, auch für Huawei.

“Wir werden ein Produkt mit einer besseren Nutzererfahrung auf den Markt bringen”, sagt Yu im Kontext von AR.

Vor dem Marktstart der Brille will Huawei zunächst mehr AR-Apps für das Smartphone veröffentlichen und die Nutzer so an die neue Technologie gewöhnen.

“Am Anfang mag es sich so anfühlen, als sei Augmented Reality nutzlos … aber in der Zukunft werden wir immer mehr Wert darin erkennen”, sagt Yu.

Huawei hat kürzlich Apple als zweitgrößten Smartphone-Hersteller überholt.

AR-Brille: Wer traut sich zuerst?

Apple arbeitet angeblich mit Hochdruck an einer Mixed-Reality-Brille, die 2020 erscheinen könnte.

Facebook versucht sich ebenso am Bau einer AR-Brille, allerdings räumte Augmented-Reality-Chef Ficus Kirkpatrick kürzlich ein, dass die Superbrille noch “sehr weit weg” sei.

Kirkpatricks Vorgesetzter Mark Zuckerberg sowie Apple-Chef Tim Cook und Googles Hardware-Chef Rick Osterloh sagten in der Vergangenheit ebenfalls, dass eine ausgereifte AR-Brille noch weit von der Marktreife entfernt sei. Google gehört zu den größten Investoren von Magic Leap (Testbericht).

Huawei experimentiert auch mit VR

Huawei zeigte auf der CES 2018 eine VR-Brille, die sowohl mit dem PC als auch dem Smartphone läuft. Seit Dezember 2016 arbeitet der frühere Oculus-Chefwissenschaftler Steven M. LaValle für das Unternehmen.

“Wir glauben, dass bei VR und AR ein ganzheitlicher Ansatz für Forschung und Produktentwicklung nötig ist, der Hard- und Software sowie die menschliche Wahrnehmung und die Neurowissenschaften berücksichtigt”, sagte LaValle bei seiner Einstellung.

Im Juni testete Huawei in Singapur und zuvor in anderen Städten VR-Streaming via 5G. Die Latenz gegenüber 4G-Übertragungen soll von circa 20 bis 40 Millisekunden auf eine Millisekunde sinken – das wäre schnell genug für AR- und VR-Inhalte, die dann nicht mehr lokal berechnet werden müssten.

So könnten kleinere, leichtere Brillen gebaut werden, außerdem wären keine externen Zuspieler mehr notwendig. Die Industrie hofft entsprechend auf den großen Durchbruch zusammen mit der 5G-Verbreitung.

Titelbild: Kārlis Dambrāns bei Flickr. Titel: Huawei. Lizenziert nach CC BY 2.0.


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