Aus dem Bildschirm und ins Wohnzimmer: Augmented Reality kann traditionelle Filmerlebnisse über den Rahmen des TVs hinaus erweitern. Eine neue iPhone-App demonstriert das eindrucksvoll – und sorgt für Angststarre.

Es ist eine Kult-Szene des Horrorfilm-Genres: Mit ins Gesicht gestrichenen Haaren wandelt das Dämonen-Mädchen Samara im Film “The Ring” langsam – aber entschlossen – auf die Kamera zu.

In dem Moment, in dem sie eigentlich mit dem Kopf von innen gegen die TV-Mattscheibe laufen sollte, tut sie etwas Abscheuliches: Sie verdreht ihre Knochen auf absonderliche Art und streckt ihren Kopf aus dem Monitor hinaus, kriecht aus dem Film in die Realwelt. Brrr.

Die Protagonisten vor dem TV sterben den Filmtod, so tief sitzt der Schock. Das ist verständlich. Und der Zuschauer vor der realen Flimmerkiste bibbert und ist heilfroh, dass es nur ein Film ist und Samara im TV eingesperrt bleibt. Das ändert sich jetzt.

Augmented Reality schlägt die Brücke aus dem Film in die Realität

Eine neue Augmented-Reality-App, umgesetzt fürs iPhone mit Apples ARKit, lässt das schreckliche Filmszenario digitale Realität werden. Der Entwickler Abhishek Singh nutzte die ikonische Szene als Vorlage: Seine AR-App greift nahtlos an genau der Stelle ein, bei der Samara den TV verlassen will.

Betrachtet man die Szene durchs iPhone-Display anstatt nur am Monitor, sieht man eine digitale Version von Samara, die sich aus dem Kasten herausquält, plötzlich im eigenen Wohnzimmer steht und zielstrebig auf den iPhone-Besitzer zugeht. Singhs App ist leider noch nicht als Download verfügbar.

Interessant ist der AR-Horror-Trip auch deshalb, weil er eine Blaupause dafür ist, wie flache 2D-Filme mit AR-Grafiken über den Monitor hinaus erweitert werden können. Das gleiche Prinzip – noch viel umfangreicher – könnte auch für Virtual-Reality-Kinos angewandt werden.


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