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Augmented Reality: Magic Leap kommt “wenn es fertig ist”

von Matthias Bastian16. November 2017

Laut Magic-Leap-Gründer Rony Abovitz gibt es keine Abkürzungen für hochwertige Augmented Reality. Das System erscheine, wenn es fertig sei.

Bei Twitter meldet sich Abovitz in zahlreichen Kurznachrichten zu Wort und prahlt: “Fast jeder, der bei uns zu Besuch war, stellt hinterher die Realität in Frage.”

Das Startup arbeitet an einer fortschrittlichen Augmented-Reality-Brille, die digitale Welt und Realität glaubhaft vermischen und auf lange Sicht das Smartphone ersetzen soll. Für diese Mission bekam Magic Leap rund zwei Milliarden US-Dollar von namhaften Investoren wie Google und Alibaba. Erst vor wenigen Wochen wurden erneut 502 Millionen US-Dollar eingeworben.

Weshalb die Entwicklung der AR-Brille so lange dauert – seit 2014 – und welche Technologie in dem Gerät steckt, ist ein Geheimnis. Bei den Displays scheint sich das Unternehmen laut Medienberichten verrannt zu haben. Die Investoren wurden mit einem aufwendigen Lichtfeld-Screen begeistert, der offenbar noch nicht miniaturisierbar ist. Zuletzt äußerten sich ehemalige Angestellte kritisch zum Entwicklungsfortschritt.

Abkürzen verboten

Zum Stand des Systems sagt Abovitz: “Wir testen es auf alle erdenklichen Arten – und verkaufen es, wenn es fertig ist.” Jeder an seiner Stelle würde auf die gleiche Art handeln, so Abovitz, Abkürzungen seien nicht erlaubt.

Es ginge jedoch nicht um Perfektion, sondern “um ein gutes Gefühl”. Auf Rückfrage eines Twitter-Nutzers gibt Abovitz an, dass ein Veröffentlichungsdatum existiere – er verrät es freilich nicht.

Derzeit arbeite Magic Leap an Entwickler-Werkzeugen und einer Plattform, sodass Kreative und Programmierer ihre Ideen umsetzen und verkaufen können. Laut Abovitz kooperiert das Unternehmen schon mit ausgewählten externen Entwicklern und berücksichtigt ihr Feedback.

Die Ära der Raumcomputer beginnt

Laut Abovitz befindet sich Computertechnologie in einer Übergangsphase: In den letzten 100 Jahren hätten Ingenieurskunst und die Physik dominiert. In den nächsten 100 Jahren ginge es um das Verständnis des Geistes und um die Neurowissenschaften. Raumcomputer wie AR und VR dominierten “ganz sicher” das nächste Jahrhundert.

Derweil hatte Magic Leap einmal mehr prominenten Besuch, der anschließend bei Twitter an der Hype-Schraube dreht. Der südafrikanische Regisseur Neill Blomkamp wurde mit Sci-Fi-Filmen wie “District 9”, “Elysium” oder “Chappie” bekannt und arbeitet als ausgewiesener Virtual-Reality-Enthusiast an einem begehbaren VR-Film. Nach seiner Stippvisite bei Abovitz’ Unternehmen schreibt er, dass “die Welt wohl sehr interessiert sein wird an dem, was sie tun.”


| Featured Image: Magic Leap

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