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Augmented Reality: Michael Abrash wirft einen Blick in die Zukunft der Technologie

von Tomislav Bezmalinovic19. April 2017

Vor einem halben Jahr hielt Michael Abrash auf der Oculus Connect einen hochinteressanten Vortrag. Der Leiter von Oculus’ Forschungsabteilung stellte eine umfassende Prognose an, wo Virtual Reality in fünf Jahren stehen würde. Sein Vortrag gab einen Einblick in den Stand der Forschung und in die Vision einer der brillantesten Köpfe des Silicon Valley. Heute stand Abrash wieder auf der Bühne, nur war dieses Mal die Zukunft von Augmented Reality das Thema.

Der Gegenstand der zweiten F8-Keynote würde Facebooks Zehnjahresplan sein, kündigte Mike Schroepfer, der technische Leiter des Unternehmens, zu Beginn an. Facebooks langfristige Strategie ruhe auf drei Säulen, sagte Schroepfer: Konnektivität, Künstliche Intelligenz und Virtual und Augmented Reality. Über die letzteren beiden Technologien würde Michael Abrash reden.

Die diesjährige F8 steht, trotz der Veröffentlichung von Facebooks Social-VR-App namens Spaces, im Zeichen der Augmented Reality. Mark Zuckerberg eröffnete die hauseigene Konferenz gestern mit dem Start einer AR-Plattform, die eine bestehende Technologie, nämlich die Smartphone-Kamera, in den Mittelpunkt stellt. Abrash kam heute die undankbare Aufgabe zu, weiter in die Zukunft der Augmented Reality zu blicken und damit über Technologien zu reden, die noch gar nicht erfunden sind.

Viele neue Begriffe

Abrash gab sich gewohnt philosophisch und warf dabei lauter neue Begriffe in den Raum. Vom “Virtual Computing” war die Rede und von “Full AR” als einer Technologie, die Virtual Reality und Augmented Reality in einer Weise zusammenbringen würde, die eine Unterscheidung zwischen den Technologien überflüßig macht. Das wäre zumindest insofern zu hoffen, als die Begriffsverwirrung damit ein Ende nähme.

Das Konzept einer Vermischung von Realem und Virtuellem in und derselben Technologie hatte Abrash schon vor einem halben Jahr auf der Oculus Connect vorgestellt. Dort sprach der Visionär noch von “Augmented Virtual Reality” als der Möglichkeit, mittels maschinellem Sehen Elemente der Realität in die Virtual Reality einzuspeisen.

Interessant ist, dass das Endziel dieser Entwicklung im jüngsten Vortrag nicht mehr unter dem Vorzeichen von Virtual Reality, sondern von Augmented Reality steht. In 30 Jahren (!), so Abrash, würden wir modische Brillen mit transparenten Gläsern tragen, die in der Lage sein werden, das Beste der realen und virtuellen Welt zu vermischen.

Freudloser Vortrag ohne viel Substanz

Abrash wirkte bei dem Vortrag abwesend und uninspiriert und las freudlos und hastig seine Sätze vom Teleprompter herunter, so als hätte ihn sein Chef zu dem Vortrag verdonnert und als wollte er möglichst schnell wieder an die Arbeit zurück. Wie bei seinem Vortrag auf der Oculus Connect vor einem halben Jahr nannte er mehrere Teilaspekte der AR-Technologie, die verbessert werden müssten, um sie auf das gewünschte Niveau zu heben.

Die wenigen Sätze, in denen er diese Teilaspekte erläuterte, waren allerdings sehr abstrakt und besaßen nicht viel Substanz. Wenig überraschend kulminierten Abrashs Ausführungen in der Erkenntnis, dass die Technologie, die es brauche, um seine Vision Wirklichkeit werden zu lassen, noch weit, weit weg sei.

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