Auf der Fachmesse Display Week in Los Angeles zeigt der deutsche Glashersteller Schott Technologies ein neues Glas, das die Sichtfeldweite einer Augmented-Reality-Brille fast auf das natürliche Niveau des menschlichen Blickfelds bringen soll.

Das neue “Realview” getaufte Glas von Schott wurde speziell für die AR-Brille entwickelt. Das Unternehmen spricht von einem “beschichteten Glaswafer”: Dieser sitzt wie ein herkömmliches Brillenglas direkt vor den Augen und leitet das Licht eines Projektors in eben diese. Microsofts Hololens setzt beispielsweise auf dieses Darstellungsverfahren.

Für ein weites Sichtfeld entscheidend ist der sogenannte Brechungsindex dieser Gläser. Je höher der Brechungsindex, desto weiter wird der Reflexionswinkel für die Bildinformation – und mit ihm das Sichtfeld der AR-Brille.

Schotts neue Glas-Technologie soll einen besonders hohen Brechungsindex aufweisen und laut des Unternehmens “das Blickfeld nahezu bis an die Grenzen des menschlichen peripheren Sehens erweitern” – das menschliche Blickfeld liegt pro Auge bei circa 50 Grad. Schott verspricht weiter “bestmöglichen Kontrast und höchste Auflösung”.

Der Glaswafer besteht aus mehreren dünnen Gläsern. Bild: Schott

Der Glaswafer besteht aus mehreren dünnen Gläsern … Bild: Schott

Das Glas nimmt das Licht eines Projektors auf und leitet es in das Auge des Brillenträgers. Bild: Schott

… die das RGB-Licht eines Projektors aufnehmen und in das Auge des Brillenträgers leiten. Gleichzeitig fällt durch die transparenten Gläser Umgebungslicht ein. Das soll Realität und digitale Einblendungen vermischen. Bild: Schott

Schott gibt an, zuletzt “massiv” in die Produktionsinfrastruktur investiert zu haben, um das “starke Wachstum” der “aufstrebenden AR-Branche” bedienen zu können.

Das optische Glas produziert Schott in einer deutschen Schmelzanlage. Die Waferfertigung und optische Beschichtung finden in China statt in Kooperation mit Zhejiang Crystal-Optech.

Die Glaswafer werden auf der Display Week Fachkonferenz in Los Angels vom 22. bis 24. Mai erstmals öffentlich präsentiert. Sie sind laut Schott ab sofort in Massenproduktion verfügbar.

Titelbild: Schott


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