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Augmented Reality: Orientierungsloses Herumgestolper durch Supermärkte hat endlich ein Ende

von Matthias Bastian18. März 2017

Im Gegensatz zur Virtual Reality, die den Nutzer vollständig aus der Realität entfernt, hat die Augmented Reality das Potenzial, sich nahtlos in unseren Alltag zu integrieren. Wie das aussehen könnte, zeigt der US-Baumarkt Lowe’s mit einem Tango-Smartphone.

Moment, wo lagen gleich die Gurken? Das Sonderangebot ist in welchem Bereich abgestellt? Mist, jetzt stehe ich an der Kasse und hab was an der Gemüsetheke vergessen! Puh, 50 verschiedene Müslisorten hier im Regal – wo steht meine Lieblingssorte? Und welche davon enthalten gleich Spuren von Haselnüssen?

Wer regelmäßig solche Gedanken denkt, dürfte sich über die neue Indoor-Navigation mit einem Augmented-Reality-Smartphone freuen. In kaum einem anderen Szenario macht das Feature so viel Sinn wie im Dschungel moderner Supermärkte.

Gemeinsam mit Google entwickelt Lowe’s eine Tango-App, mit der die Kunden anhand eines vorgegebenen Einkaufszettels durch die Regalpfade navigieren können.

Mit einem Augmented-Reality-Smartphone kann der Nutzer zielgerichtet seinen Einkaufszettel entlang der optimalen Route abarbeiten. Er vergisst nichts, nimmt die besten Angebote und ausgewählte Produkte zielgerichtet aus dem Regal und ist in Windeseile wieder an der frischen Luft. Für Supermarktmuffel ist das ein absolut erstrebenswerter Zustand.

Augmented Reality mit dem Smartphone könnte der Wegbereiter für die Technologie sein

Solche relativ einfachen und unscheinbaren Anwendungen werden ausreichen, um aus Augmented Reality im Smartphone in den kommenden zwei bis drei Jahren eine Selbstverständlichkeit werden zu lassen. Nicht weil sie bahnbrechend und revolutionär sind, sondern weil sie Menschen den Alltag erleichtern. Und Menschen mögen leicht.

Zugleich sieht man im Video unten, dass es nicht besonders ansprechend oder praktisch ist, im Pokemon-Go-Stil mit dem Smartphone in der Hand durch die Gegend zu laufen. Da die App aber dennoch praktisch ist, wird über kurz oder lang das Bedürfnis nach mobilen Endgeräten wachsen, die man nicht mehr in der Hand halten muss – wie eine Brille.

Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Mit Asus und Lenovo haben erst zwei Hersteller Smartphones veröffentlicht oder angekündigt, die die neuen und noch fehleranfälligen Sensoren integriert haben. Google jedoch treibt das Thema voran und möchte, dass AR-Features so selbstverständlich werden wie GPS.

Im Falle des AR-Shoppings im Supermarkt drängt sich ob des wachsenden Online-Handels noch eine ganz andere Frage auf: Ob es in einigen Jahren überhaupt noch stationäre Supermärkte geben wird, für die so eine Indoor-Navigation interessant ist?

| Featured Image: Lowe’s | Via: Cnet