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Augmented Reality: Sieht so die Brille der Zukunft aus?

von Matthias Bastian12. Juni 2016

Google Glass ist im Endverbrauchermarkt gescheitert, soviel steht fest. Das bedeutet aber nicht, dass Datenbrillen generell gescheitert sind.

Im Vergleich zu Googles Versuch bietet LaForge Optical womöglich eine deutlich bessere Alternative, die in erster Linie durch ein komplett unauffälliges Design punkten kann. Man erkennt einfach nicht, dass die Brille deutlich mehr ist als nur ein Gestell mit zwei Gläsern; hingegen ist das deutlich sichtbare Clip-on der Glass-Brille ein echter Störfaktor. Das wirft wiederum wirft, ähnlich wie bei Google Glass, ethische Fragestellungen auf, denn auch in der Shima-Brille ist eine quasi unsichtbare Kamera verbaut, die Videos bis zu 30 Sekunden filmen kann oder Schnappschüsse schießt.

In erster Linie dient die Brille als visuelle Erweiterung des Smartphones, unterstützt sowohl die Betriebssysteme iOS, Android und Windows Mobile. Einen eigenes Display braucht die Brille nicht, stattdessen sitzen bis zu zwei Mini-Projektoren im Rahmen, die über ein Linsensystem die digitalen Einblendungen direkt in die Retina des Brillenträgers projizieren. Die Gläser der Brille funktionieren herkömmlich, sie korrigieren wie gewöhnliche Brillen auch Kurz- oder Fernsichtigkeit.

Der Fokus der Brille liegt ausschließlich auf informativen, digitalen Einblendungen wie Nachrichten, dem Wetter oder einer Routenplanung. Für Entertainment wie Videos oder Spiele ist die Brille nicht gedacht. Das Gerät wechselt automatisch in einen Fahrmodus, sobald die Geschwindigkeit mehr als 27 km/h beträgt und zeigt dann beispielsweise den aktuellen Straßennamen, mögliche Verzweigungen und eine Route an. Gesteuert wird die Brille über ein Touchpad, das seitlich am Bügel angebracht ist und das verschiedene Wischgesten erkennt, ähnlich wie das Display eines Smartphones. Zusätzlich sind fünf weitere haptische Knöpfe für die Steuerung verbaut.

Ebenfalls integriert sind ein Prozessor, Arbeits- und bis zu 8GB Datenspeicher, Bluetooth, USB-C für Ladegeräte sowie ein USB 2.0 Anschluss für Datenverbindungen. Das Betriebssystem läuft auf Linux-Basis. Sensoren messen die Geschwindigkeit, Lage und Rotation sowie die Temperatur. Insgesamt soll es drei Versionen der Brille mit unterschiedlicher Ausstattung geben, zusätzlich kann der Nutzer aus einer ganzen Reihe an Brillendesigns auswählen. Die Shima-Brille kann ab sofort für 590 US-Dollar vorbestellt werden, dafür bekommt man offenbar die Alpha-Version in 2016 und die verbesserte Beta-Version der Brille, die im Laufe des kommenden Jahres erscheinen soll.

| Featured Image: Laforge Optical