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Augmented Reality: So scannt Hololens die Umgebung

von Matthias Bastian2. Mai 2016

Ein Hololens-Entwickler zeigt in einer beeindruckenden Techdemo, wie Microsofts Hololens die Umgebung in Echtzeit erkennt.

Der ein oder andere hat vielleicht eine “Augmented-Realiy”-App auf dem Smartphone installiert, die man für das iPhone oder Android-Smartphones ja mittlerweile reihenweise herunterladen kann. Diese Apps erkennen typischerweise über die Smartphone-Kamera ein bestimmtes Objekt, meistens ist das ein vorgegebenes Symbol wie ein Firmenlogo, und auf dieses Symbol wird dann eine digitale Grafik samt Animation projiziert. Im Optimalfall wird die Darstellung noch mit den Daten der Bewegungssensoren kombiniert, so dass man das Smartphone um das digitale Objekt herumbewegen kann.

Das ist eine nette Spielerei, der Nutzwert im Alltag hält sich aber stark in Grenzen. Mit echter Augmented Reality, die eines Tages unser Smartphone überflüssig machen wird, haben diese Apps wenig zu tun. Auch Datenbrillen wie Google Glass, die einfach nur digitale Informationen in das Sichtfeld des Nutzers einblenden, sind nur Vorstufen der digital erweiterten Realität.

Physische Objekte in der Wohnumgebung könnten zukünftig digitalen Interfaces weichen

Bei echter Augmented Reality sollen Geräte ihre Umgebung in Echtzeit scannen und digitale Objekte perspektivisch korrekt darin verankern – dauerhaft. Die technologischen Konzepte, die diese Aufgabe bewältigen sollen, kommen vornehmlich aus dem Bereich des “Visual Computing” (“maschinelles Sehen”), bei dem ein Computer mittels zahlreicher Sensordaten dazu in die Lage versetzt werden soll, die Umgebung ähnlich wie ein Mensch wahrzunehmen. Im Optimalfall arbeitet das System selbstlernend mit Algorithmen, die die Umgebungserkennung bei wiederholter Nutzung eigenständig optimieren.

Genau diese Fähigkeit demonstriert ein früher Hololens-Besitzer im obigen Video. Gut zu erkennen ist, wie die Microsoft-Brille in Echtzeit die Umgebung scannt und exakt erfasst. Der Besitzer weist aber darauf hin, dass das enorme Tempo dieser Scans erst nach mehrfachen Lerndurchläufen erreicht wird. Die Brille muss sich sozusagen an die Umgebung gewöhnen, um ihre Stärken voll auszuspielen.

Dann sind aber beeindruckende Anwendungsszenarien möglich, beispielsweise sieht man bei 0:12 einen digitalen Bildschirm, der anstelle des TVs im Wohnzimmer läuft und von draußen durchs Fenster betrachtet werden kann. Der gleiche Bildschirm hängt auch noch an Ort und Stelle, wenn der Hololens-Träger wenig später das Wohnzimmer betritt. Zwar überlagern sich Fensterstreben und der virtuelle Bildschirm noch, aber bis Hololens und Co. Marktreife erreichen, sollten solche Kinderkrankheiten behoben sein.

| Featured Image: TheJavierDavalos (Screenshot bei YouTube)