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Sketchfabs App für HTC Vive ist ein Virtual-Reality-Museum

von Matthias Bastian18. Mai 2016

Das französische Unternehmen Sketchfab ist darauf spezialisiert, 3D-Inhalte im Netz zu sammeln und darzustellen. Virtual Reality kommt da wie gerufen, um das eigene Geschäftsmodell weiterzuentwickeln.

Es steht außer Frage, dass Virtual Reality für die Displaytechnologie und bei der Darstellung von 3D-Objekten und -Welten ein neues Paradigma etablieren wird. Statt dreidimensionale Objekte und Umgebungen auf einem dafür eigentlich völlig ungeeigneten flachen 2D-Monitor zu betrachten, können diese nun in der virtuellen Realität ganzheitlich dargestellt, begangen und untersucht werden – fast wie im echten Leben auch.

Sketchfab startete in 2012 mit dem Ziel, das YouTube für 3D-Inhalte zu werden. Das könnte gelingen, denn die Plattform hat zwar erst 300.000 Nutzer, verspricht sich aber durch neue immersive Medien einen großen Wachstumsschub. Partner sind unter anderem Facebook, Microsoft Hololens und Intel RealSense.

Nutzer können sich auf der Plattform anmelden und 3D-Modelle hochladen, unterstützt werden über 30 Dateiformate, oder die Inhalte anderer Nutzer direkt im Browser mit einem 3D-Viewer anschauen. Mehr als 750.000 3D-Modelle sind bereits online, eine größere digitale Bibliothek für 3D-Inhalte gibt es im Netz bislang nicht.

Van gogh Room
by ruslans3d
Der gelungene 3D-Nachbau eines Van-Gogh-Gemäldes ist mit HTC Vive und Sketchfab VR frei begehbar – gefühlt steht man in dem Raum. Ein beeindruckendes Erlebnis.

Virtual Reality ist wie gemacht für Sketchfabs Angebot

Schon seit geraumer Zeit entdeckt Sketchfab Virtual Reality als neue Darstellungsform für die eigenen 3D-Inhalte. Seit Anfang des Jahres werden Google Cardboard und Samsungs Gear VR (via Browser) unterstützt. Der Effekt mit den Smartphone-Brillen ist gut, allemal besser als die Ansicht auf einem 2D-Monitor, aber noch nicht revolutionär.

Die neue App für HTC Vive verändert den Nutzen der Plattform aber grundlegend. Innerhalb von wenigen Sekunden beamt man sich aus einem dreidimensional rekonstruierten Van-Gogh-Gemälde auf die Marsoberfläche, begeht mittels Photogrammetrie realitätsgetreu eingescannte Umgebungen, bewundert digitale Nachbauten berühmter Statuen oder steht neben einem lebensgroß animierten Dinosaurier. Erst in Virtual Reality können die dreidimensionalen Kunstwerke und Objekte ihre volle Wirkung entfalten, völlig unabhängig davon, ob der Kontext nun Entertainment, Bildung oder Arbeit ist.

Es geht um Plätze, Dinge, Objekte, Menschen. Um Entdeckung. Um das Lernen. Hast Du jemals davon geträumt, dich nach Rom zu teleportieren, ein schlagendes Herz zu untersuchen oder neben einem Dinosaurier zu laufen? All diese Dinge sind mit Sketchfab VR möglich. Sketchfab

Sollte es Sketchfab gelingen, die VR-Strategie konsequent und mit hoher Qualität weiterzuführen, dann hat die Plattform immenses Wachstumspotenzial in allen Branchen und Lebensbereichen – da lege ich mich gerne fest. Der Ausflug mit HTC Vive in das virtuelle Museum, damit lässt sich die Sketchfab-App derzeit am ehesten vergleichen, ist schon jetzt deutlich reizvoller als jedes 360-Video auf YouTube. Konzernen wie Google, Facebook oder Apple wird das nicht entgehen; eine Akquise oder entsprechende Nachbauten dürften nur eine Frage der Zeit sein.

Sketchfab VR für HTC Vive ist seit wenigen Tagen kostenlos bei Steam verfügbar, Unterstützung für Oculus Rift soll folgen. Mehr Informationen zu Sketchfabs VR-Offensive gibt es hier.

|Source: Sketchfab | Featured Image: Sketchfab