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Australier stehen laut Google besonders auf Virtual-Reality-Pornos

von Matthias Bastian5. Juli 2016

Virtual-Reality-Pornos sind derzeit nur 360-Videos mit explizitem Inhalt. Dennoch gewinnt das Thema langsam an Aufmerksamkeit.

Laut Google Trends ist die Nachfrage nach “Virtual Reality Porn” seit Ende 2014 um den Faktor 100 gestiegen. Besonders in den Niederlanden und Australien wird der Begriff häufiger in den Suchschlitz eingegeben. Laut der Google-Auswertung ist derzeit Melbourne die Stadt mit dem größten Bedürfnis nach Pornos für die VR-Brille. Mit Sydney folgt auf dem zweiten Platz eine weitere australische Stadt. Deutschland taucht erst ganz am Ende der Liste auf. Dabei wissen wir doch eigentlich, dass wir Weltmeister im Pornogucken sind – deutlich vor den Australiern.

Schlägt die deutsche Technikabneigung etwa die Pornophilie? Wohl eher nicht. Viel wahrscheinlicher ist es, dass trotz des starken Wachstums die absolute Anzahl an Suchfragen noch immer zu gering ist, um statistisch ein aussagekräftiges Bild darzustellen. Dann produziert Google Trends zum Teil solche eher fragwürdigen Ergebnisse.

VR-Sex: 360-Videos sind nur der Anfang

Richtig spannend wird der virtuelle Sex ohnehin erst, wenn sich die Industrie nicht mehr allein mit 360-Videos begnügt. Aktuell sind diese aus Produktions- und Distributionsgründen das beliebteste Format. Auch wenn der Grad an Immersion im Vergleich zu einem herkömmlichen 2D-Monitor deutlich stärker ist, kämpfen die immersiven Videos mit relativ vielen Problemen und dürften daher auch für die Pornoindustrie nur ein Übergangsmedium sein. Unter anderem beschweren sich männliche Darsteller über widrige Produktionsbedingungen.

“Menschen werden ihre Sexualität auf eine Art erforschen, wie es nie zuvor möglich war.” Morgan Taylor, Holodexxx VR via VICE

Wie virtueller Sex in Zukunft aussehen könnte, nämlich gerendert und interaktiv, darauf gab es Anfang Juni in Japan einen Ausblick. In Tokyo fand die erste Virtual-Reality-Erotikmesse statt, die wegen der großen Nachfrage zwischenzeitlich sogar geschlossen werden musste. Der nächste Termin ist bereits für August angesetzt, einige Eindrücke gibt es im Video unten. Ein britischer Zukunftsforscher geht davon aus, dass virtueller Sex in Verbindung mit entsprechendem Sexspielzeug ab circa 2030 bis 2035 alltäglich ist. Und ein VR-Startup hat sich bereits darauf spezialisziert, Pornostars lebensecht in VR einzuscannen. Die 3D-Modelle sind anschließend nicht nur aus Perspektive der Kameralinse, sondern aus allen Winkeln ansehbar.

| Featured Image: Oculus VR / VRODO