Das britische Startup Wayve will mit Künstlicher Intelligenz das autonome Fahren revolutionieren, bevor es so richtig erfunden wurde.

Anstatt auf viele Sensoren und eine detaillierte 3D-Karte zu setzen, will Wayve mit einer einzelnen Videokamera und einem selbstlernenden Algorithmus Autos das eigenständige Fahren beibringen.

Das Startup setzt für das KI-Training auf das gleiche bestärkende Lernverfahren, mit dem die Google-Schwester Deepmind seiner Super-KI übermenschliche Fähigkeiten lehrte: Durch gezielte Belohnung soll die KI richtige von falschen Fahrmanövern unterscheiden lernen.

Die Vorteile eines KI-Fahrers liegen auf der Hand, sofern er sich als verkehrstauglich erweist: 3D-Karten, die aktuellen autonomen Autos als Orientierungshilfe dienen, müssen aufwendig erstellt und permanent aktualisiert werden. Und die komplexe Sensorik der Wagen ist anfälliger für Ausfälle und Fehlmessungen.

Liegt Wayve mit seinem Ansatz richtig, könnten verlässlichere autonome Vehikel mit geringerem Pflegeaufwand die Folge sein.

Lernen wie ein Mensch: Versuch und Irrtum

Das Startup demonstriert die Technologie in einem Video (siehe unten). An der Vorderseite des Vehikels befindet sich eine einzelne Kamera, die mit einer Grafikkarte verbunden ist. Diese trainiert Wayves selbstlernenden Algorithmus anhand der Kameraaufnahmen.

Für das Training nimmt ein menschlicher Fahrer hinter dem Steuer Platz. Die Fahrstunden starten ohne Vorwissen: Die KI erforscht zunächst die Umgebung mit zufälligen Fahrmanövern.

Bei einer drohenden Kollision bremst der Mensch das Auto und lenkt es wieder in die Spur. Umso länger das Auto fährt, ohne dass der Mensch eingreifen muss, desto höher fällt die Belohnung aus. Dieser Versuch-und-Irrtum-Vorgang wird immer und immer wiederholt, bis die KI die Spur eigenständig hält.

Rund 20 Minuten Training sollen ausreichen, damit eine Straße wie im Video unten sicher befahren werden kann.

KI-Fahrer mit übermenschlichen Fähigkeiten sind das Ziel

Allerdings lässt Wayve noch viele Fragen offen: Die Spur auf einer Straße zu halten, ist eine Sache. Sich in einem komplexen Verkehrssystem mit anderen Teilnehmern zurechtzufinden, eine andere.

Die beiden Wayve-Gründer – beide ausgestattet mit einem KI-Doktor der britischen Cambridge Universität – wollen daher im nächsten Schritt komplexere Verkehrssituationen angehen. Das Ziel sei es, autonomen Autos bessere Denkfähigkeit zu verpassen statt leistungsfähigerer Hardware. Sie sind überzeugt, dass ihr Ansatz funktioniert.

“Deepmind hat bewiesen, dass bestärkendes Lernen einer KI in Spielen übermenschliche Fähigkeiten verleihen und jedes regelbasierte System übertreffen kann. Wir wollen beweisen, dass das auch in der echten Welt und speziell für autonome Fahrzeuge möglich ist.”

Detaillierte Informationen zu Wayves KI-Verfahren stehen hier.

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