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BadoinkVR: “Die Darsteller wissen, wie man mit der Kamera Liebe macht.”

von Tomislav Bezmalinovic19. November 2016

Anna Lee und Todd Glider produzieren VR-Pornos. In einem Artikel auf Geekwire erzählen die beiden Unternehmer, was sie sich von der Virtual Reality erhoffen, was Darsteller in VR-Pornos gut können müssen und was den Pornokonsumenten als nächstes erwartet.

Während Produzenten klassischer Bildschirmpornos ums Überleben kämpfen, gewinnen VR-Pornos immer mehr zahlende Anhänger. Anna Lee hat ein Unternehmen namens Holofilm gegründet, das VR-Pornos produziert und auf einer Internetseite vertreibt. Lee zufolge steigt die Menge zahlender Abonnenten monatlich um 30 Prozent. Noch stärkeres Wachstum verzeichnet das New Yorker Unternehmen BadoinkVR, einer der größten Anbieter für VR-Pornos überhaupt. Laut seinem Geschäftsführer Todd Glider haben sich die Nutzerzahlen im letzten Jahr verzehnfacht.

Lee glaubt, dass es die Pornoindustrie sein wird, die Virtual Reality zum Durchbruch verhelfen könnte. “Pornos sind die treibende Kraft hinter den Verkäufen von VR-Brille,” meint die Geschäftsfrau gegenüber Geekwire. Laut einer Prognose der US-amerikanischen Bank Piper Jaffray könnte Pornografie zu einem der größten Treiber der VR-Industrie werden. Die Marktforscher gehen in ihrem Bericht davon aus, dass der Markt für VR-Pornografie bis 2025 eine Milliarde US-Dollar groß sein könnte. Nur 360-Grad-Sportübertragungen und Videospiele hätten das Potenzial, einen noch größeren Markt zu erschließen.

Todd Glider glaubt, dass Pornografie die Stärken des Mediums derzeit besser zur Geltung bringt als Videospiele. In einem Interview mit Daydream District sagte Glider: “Gaming wird uns irgendwann überholen, aber im Moment ist es ein Fakt, dass selbst das beste VR-Game der Welt einem herkömmlichen Spiel wie ‘Call of Duty’ nicht das Wasser reichen kann. Nicht so mit Pornos. Wenn du einen VR-Porno mit einem gewöhnlichen Porno vergleichst, dann ist der Unterschied so krass, dass es keine Diskussion darüber gibt, was besser ist.”

Konsumenten von VR-Pornos wünschen sich intimere Erfahrungen

Als Lee begann, Pornofilme für die Virtual Reality zu produzieren, ging sie davon aus, dass sich die Kundschaft Hardcore-Filme wünscht. Stattdessen stellte sie fest, dass die beliebtesten VR-Pornos jene waren, die den Betrachtern das Gefühl gaben, sie hätte eine reale Freundin vor sich. Lee zufolge wünschen sich die Abonnenten ihrer Internetseite intimere Filme, die näher an der Realität sind.

“Die Kunden wollen Penisse normaler Größe sehen und Mädchen, die natürlich ausschauen,” erläutert Lee. “Sie wünschen sich Szenen, in denen das Mädchen sie küsst und in die Augen schaut und ihnen sagt, wie sehr sie mit ihnen zusammen sein möchte.” Todd Glider pflichtet dieser Beobachtung bei: “Ich würde sagen, dass die populärsten Produktionen jene sind, in denen die Darsteller wissen, wie man mit der Kamera Liebe macht.” Es drehe sich alles darum, eine Verbindung zum Betrachter herzustellen und dies geschehe mittels Augenkontakt, fügt Glider hinzu.

Dass sich die Kundschaft solche VR-Pornos wünscht, liegt Lee zufolge in der Natur des Mediums: “Virtual Reality soll die Realität simulieren. […] Und was wünschen sich die Menschen mehr als alles andre? Eine Verbindung zu einer anderen Person.” Dies wissen auch die Betreiber von AliceX, einer Internetseite, die Webcam-Shows in der virtuellen Realität anbietet. Sie hoffen, dass sie ihre Kundschaft mit Hilfe von Virtual Reality dauerhaft an die Models binden können.

Augmented Reality ist der nächste Schritt

VR-Pornos werden in der Regel aus der Subjektive des Pornodarstellers gedreht. So entsteht beim Betrachter der Eindruck, dass er selbst Sex hat. Doch Anna Lee sieht bereits die nächste technologische Revolution kommen: die Augmented Reality, die unsere Realität um digitale Elemente erweitert.”Wir werden an einem Punkt ankommen, an welchem die Frau auf deinem Schoß sitzen wird, wenn du runter kuckst,” meint Anna Lee.

Snapchat und Spiele wie Pokémon Go hätten das Interesse der Masse an einer solchen Technologie geweckt, sagt Ian Paul von der Pornoseite Naughty America. Allerdings dürfte es noch Jahre dauern, bis die Technologie so weit ist. “Solche Inhalte zu produzieren ist teuer und es braucht einen größeren Markt, als er heute existiert. Aber es wird passieren,” meint Todd Glider.

| Featured Image: BadoinkVR