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Barack Obama führt durch das Weiße Haus, in vollen 360 Grad

von Tomislav Bezmalinovic14. Januar 2017

Oculus hat in Zusammenarbeit mit den Felix & Paul Studios ein 360-Grad-Video herausgebracht, das seine Zuschauer auf eine Tour durch das Weiße Haus mitnimmt. Barack und Michelle Obama erzählen darin, wie es für sie war, acht Jahre ihres Lebens in dem geschichtsträchtigen Gebäude zu verbringen.

Das Video beginnt vor dem Weißen Haus und zeigt es im Zeitraffer während eines Sonnenaufgangs. Man hört Barack Obama von der Errichtung des Gebäudes durch Sklaven erzählen und von John Adams, dem ersten Präsidenten, der vom Weißen Haus aus regierte. Dieser habe sich in einem Brief an seine Frau gewünscht, dass nur kluge und ehrliche Menschen in dem Gebäude regieren mögen.

Nach dieser Eingangssequenz wird man durch insgesamt neun Räume geführt: von der Eingangshalle, über das Oval Office, bis hin zum “Red Room” genannten Gesellschaftsraum, ein prunkvoll ausgestatteter Salon mit roter Tapete, in dem bereits zu Lincolns Zeiten Besucher empfangen und Konzerte im intimen, familiären Rahmen gegeben wurden.

Unheimlich wirkt dagegen der “Situation Room”, ein besonders gesichertes, militärisches Krisenzentrum voller Bildschirme, das sich im Keller des Weißen Hauses befindet. Von diesem Raum aus kann sich der Präsident mit seinen Generälen per Live-Videoschaltung unterhalten. Hier hat sich George W. Bush nach den Anschlägen des 11. September mit seinem Krisenstab beraten und die Administration von Barack Obama die Tötung Osama Bin Ladens per Live-Stream mitverfolgt.

Entzauberung durch 360-Grad-Video?

Im Oval Office sitzt man Obama direkt gegenüber. Der nur noch wenig Tage amtierende Präsident erzählt, welchen Eindruck er von dem Raum hatte, als er ihn zum ersten Mal betrat. Der Raum sei ihm klein vorgekommen verglichen zu Aufnahmen, die er im Fernsehen gesehen hat. Überraschenderweise kam mir das ebenso vor, als ich mich mit der VR-Brille zum ersten Mal im Oval Office umsah.

Überhaupt wirkt der Raum weit weniger eindrucksvoll als erwartet. Es ist, als würde das Medium das Oval Office entzaubern. Das könnte daran liegen, dass die Videoqualität noch nicht so gut ist und dass man deshalb nicht den Eindruck bekommt, wirklich dort zu sein. Eine andere Erklärung könnte sein, dass das Video den Raum gerade als das erfahrbar macht, was er ist: ein Raum wie jeder andere, sieht man einmal ab von seiner geschichtlichen Bedeutung.

Das Video endet, wie es begonnen hat, vor dem Weißen Haus, dieses Mal mit einem Sonnenuntergang. Es schließt mit folgenden Worten Obamas:

Jeder Präsident zieht in die 1600 Pennsylvania Avenue in dem vollen Bewusstsein, dass sie eine vorübergehende Adresse ist. Das ist der Ort, an dem wir unsere Töchter aufwachsen sahen. Der Ort, an dem wir begabte, hingebungsvolle, optimistische Amerikaner aus jeder Ecke des Landes und jedes Lebensalters kennengelernt haben. Denn so schön diese Gebäude auch sind, es sind die Menschen in ihnen und die Arbeit, die hier verrichtet wird, die Triumphe und Tragödien, die du hier über die Jahre erlebst, die einen Ort wie diesen mit Bedeutung erfüllen. Barack Obama

“The People’s House: Inside The White House with Barack and Michelle Obama” dauert etwa 8 Minuten und ist eine Vorschau auf eine 20-minütige Version, die stereoskopisches 3D bieten und später erscheinen wird. Das Video kann man sich auf Facebook ansehen oder in Oculus’ hauseigener Video-App. Unterstützt werden sowohl Oculus Rift als auch Samsung Gear VR. Produziert wurde das Video von den Felix & Paul Studios, das bekannt ist für seine hochwertigen 360-Grad-Videos.



| Featured Image: Facebook / Felix & Paul Studios

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