Während Magic Leap nach jahrelanger Vorarbeit gerade die One-Brille auf den Markt hievt, bereitet Microsoft schon die nächste Generation Hololens vor. Die kommt sicher mit einem deutlich verbesserten Trackingmodul.

Auf der hauseigenen Build-Entwicklerkonferenz im vergangenen Mai stellte Microsoft die vierte Kinect-Version vor: Der neueste 3D-Sensor glänzt mit einer verbesserten Auflösung – auch auf Distanz – bei geringerem Energieverbrauch.

Gedacht ist er für Anwendungen in der Industrie in Kombination mit Künstlicher Intelligenz, zum Beispiel für die Objekterkennung oder die Holoportation – so nennt Microsoft 3D-Telefonate mit Hologramm-ähnlichen Personendarstellungen.

Auf einer Fachkonferenz für maschinelles Sehen präsentierten Microsoft-Forscher jetzt den neuen Tiefensensor im Einsatz. Mit einer Auflösung von 1024 mal 1024 Bildpunkten erfasst Kinect 4 Menschen und Objekte deutlich genauer als die Vorgänger: Beispielsweise werden Details wie Falten und Erhebungen in der Kleidung oder das Schlüsselband in Echtzeit erfasst und flüssig dargestellt.

Der neue Kinect-Sensor produziert deutlich feiner aufgelöste 3D-Scans als die aktuelle Hololens-Brille. Bild: Microsoft

Der neue Kinect-Sensor für Hololens 2 generiert deutlich feiner aufgelöste 3D-Punktewolken als die aktuelle Hololens-Brille. Bild: Microsoft

Beim Kameraschwenk (siehe Video) in das Publikum kann man über mehrere Stuhlreihen hinweg die Umrisse einzelner Personen erkennen. Details in der Umgebung wie Stühle erfasst Kinect 4 dank verbesserter Fernsicht auch auf Distanz noch recht präzise. Zu sehen sind die Beispiele im folgenden Video ab 40:24.

Stabileres Tracking und Hologramm-Telefonie

Nützlich ist der neue Sensor beispielsweise für gelungenere Mixed-Reality-Darstellungen, bei denen sich digitale Objekte glaubhafter in die analoge Realität einfügen und in ihr bewegen.

Entsprechende Rechenleistung vorausgesetzt, könnte die reale Umgebung die digitalen Objekte verdecken. Das würde den Eindruck verstärken, dass die Einblendungen Teil der echten Welt sind.

Mit dem neuen Sensor könnte Microsoft auch ein in Echtzeit berechnetes 3D-Modell eines Menschen als Hologramm-ähnlichen Telefonavatar für die nächste Generation Skype-Konferenz berechnen.

Das 3D-Abbild würde wie eine echte Person im Raum stehen, vorausgesetzt, der Gesprächspartner trägt ebenfalls eine AR- oder VR-Brille. Microsoft zeigte das 3D-Telepräsenztelefonat erstmals Anfang 2016 im Holoportation-Experiment.

Damals brauchte es noch eine ganze Reihe im Raum verteilter Tiefenkameras. Microsoft entwickelte die Technologie seit dieser ersten Demonstration weiter und bietet mittlerweile sogar Studios für Hologrammvideoaufnahmen an.

Der höher aufgelöste Sensor dürfte außerdem das ohnehin schon sehr stabile Hololens-Raumtracking weiter verbessern.

Hololens 2 könnte früher kommen als gedacht

Hololens 2 könnte schon in wenigen Monaten erscheinen. Wie das Vorgängermodell wird auch die zweite Microsoft-AR-Brille an die Industrie vermarktet. Für Endverbraucher ist sie nicht gedacht.

Das liegt insbesondere am Preis: Hololens-Projektleiter Alex Kipman stellte in Aussicht, dass Microsoft zunächst die Qualität der AR-Brille priorisiert. Erst wenn diese auf einem zufriedenstellenden Niveau ist, geht es an Preissenkungen für den Massenmarkt.

Hololens für Endverbraucher müsse “ein gutes Stück” unter 1.000 US-Dollar kosten, so Kipman. Allerdings liegen seine Aussagen schon viele Monate zurück. Und Pläne bei Microsoft ändern sich bekanntlich auch mal.

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