Update vom 27. April:

Die Version für Oculus Rift ist nun verfügbar. HTC Vive soll in Kürze folgen. Einen Link für den Download gibt es hier, die Datei ist 6GB groß.

Ursprüngliche Meldung:

Eine mittels Photogrammetrie erstellte 3D-Umgebung in Kombination mit volumetrischen 3D-Videoaufnahmen und Spezialeffekten machen aus “Maya Payne” ein abgefahrenes, begehbares Musikvideo.

Photogrammetrie ist kein neues Verfahren, eingesetzt wird sie typischerweise bei der Erstellung von Kartenmaterial oder in der Architektur. Auch in der Archäologie werden mit Nahbereichtsphotogrammetrie Objekte dreidimensional rekonstruiert. Dafür werden von einer Umgebung oder einem Objekt bei möglichst neutralen Lichtverhältnissen eine Reihe von Fotos aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen. Anschließend lässt man die Fotos durch eine spezielle Software laufen, die hervorstechende Merkmale erkennt und anhand dieser ein 3D-Modell erstellt.

Viel Equipment braucht man dafür nicht. Neben der Software reicht eine gute Kamera mit einem scharfen, hochwertigen Objektiv mit geringer Verzerrung und einem möglichst weiten Winkel. Klar, umso hochwertiger man die 3D-Szenen rekonstruieren und bearbeiten will, desto komplexer wird der Arbeitsprozess.

Im Kontext von Virtual Reality ist Photogrammetrie besonders interessant. Während das Sichtfeld des Zuschauers bei Aufnahmen von 360-Kameras immer an die Position der Linse gebunden ist, kann man sich in den volumetrischen 3D-Modellen völlig frei bewegen. “Virtuell an einen anderen, realen Ort transportiert zu werden und dann auch noch darin herumzulaufen, das fühlt sich an als wäre es Technologie aus der weit entfernten Zukunft. Einige der immersivsten VR-Erfahrungen hatte ich in Szenen, die mittels Photogrammetrie erstellt wurden”, sagt Adam Foster von Valve, der für die Photogrammetrie-Szenarien in Valves “The Lab” für HTC Vive verantwortlich ist.

Eine Limitierung hat die VR-Photogrammetrie allerdings: Die erzeugten 3D-Umgebungen basieren auf Fotos, sind also von Natur aus statisch. Umgehen kann man diese Limitierung nur, indem man die 3D-Umgebungen im Nachhinein mit dynamischen Elementen ergänzt. Dafür eignen sich wiederum keine normalen 2D-Videoaufnahmen, die in der 3D-Welt flach wirken würden, sondern es braucht auch hier volumetrische Videoaufnahmen. Daher werden die Akteure nicht klassisch gefilmt, sondern mittels spezieller Hard- und Software gescannt.

Das begehbare Musikvideo soll in den kommenden Tagen sowohl für Oculus Rift als auch HTC Vive erscheinen. Mehr Informationen zum Workflow der Entwickler von “realityvirtual” gibt es bei Facebook und im Blog des Unternehmens. Ansatz und Wirkung erinnern an die 3D-Videos von 8i, nur ist die virtuelle Umgebung dort gerendert und nicht fotografiert.

| Featured Image: realityvirtual (Screenshot bei YouTube)

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