Zukünftig sollen sich Facebooks und Oculus’ VR- und AR-Arbeitsgruppen um Technologie statt ganze Abteilungen um Produkte formieren.

Bei Oculus ist in diesen Tagen viel in Bewegung: Zuerst verließ der Oculus-Mitgründer und Highend-VR-Enthusiast Brendan Iribe Facebook.

Zeitgleich folgten Gerüchte um einen Entwicklungsstopp von Oculus Rift 2 zugunsten einer Niedrigpreisstrategie mit größerem Massenmarktpotenzial – angeblich der Auslöser für Iribes Abgang.

Mehr oder weniger bestätigt wurden diese Gerüchte durch einen weiteren Bericht über eine neue PC-VR-Brille Oculus Rift S, die 2019 erscheinen soll. Oculus Rift S soll gegenüber Oculus Rift nur moderat verbessert werden, unter anderem mit einem integrierten Trackingsystem und einer etwas höheren Bildschirmauflösung.

Facebook dementierte Oculus Rift S auf Rückfrage nicht und verwies auf eine Stellungnahme zum möglichen Oculus-Rift-2-Entwicklungsstopp. In der heißt es, dass Facebook weiter mit PC-VR plane und “an einer Version” von Oculus Rift arbeite. Das passt zum S-Gerücht.

All diese Informationen haben denselben Ursprung: den Redakteur Lucas Matney von Techcrunch, der offenbar eine gute Quelle in Oculus oder um Oculus herum aufgetan hat. Matney berichtet seit Jahren über Oculus und ist vor Ort in San Francisco.

Facebook krempelt Oculus um

Eben dieser Matney berichtet nun unter Berufung auf zwei Quellen über die nächste Veränderung, die bei Oculus schon passiert sein soll:

Vergangene Woche organisierte Facebook laut Matneys Quellen die AR- und VR-Teams neu weg von einem Produkt- hin zu einem Technologiefokus, bei dem Experten stärker in Teams zusammengeführt werden. Das soll Redundanzen bei Forschung und Entwicklung vermeiden.

Entlassungen gab es keine, Oculus-Technikchef John Carmack und PC-VR-Chef Nate Mitchell – Nachfolger von Iribe auf dieser Position – behalten ihre Rollen. Die Hardware-Entwicklung für VR und AR wird weiterhin von Andrew Bosworth übersehen.

Facebook bestätigt eine Reorganisation gegenüber Techcrunch. Die internen Veränderungen sollen für Verbraucher und Entwickler keine Konsequenzen haben.

Die von Matneys Quellen beschriebene Umstrukturierung ergibt insofern Sinn, da sowohl bei VR als auch AR noch viel Grundlagenforschung notwendig ist, um überhaupt ein Produkt mit signifikantem Verkaufspotenzial auf den Markt bringen zu können.

Der dritte Einschnitt

Die neuerliche Veränderung ist bereits die dritte Oculus-Umstrukturierung seit der Übernahme 2014.

Ende 2016 teilte Facebook Oculus in zwei Abteilungen für Mobile- und PC-VR und löste die Position des damaligen Geschäftsführers Iribe auf. Als leitenden Manager installierte Facebook-Chef Mark Zuckerberg seinen Freund Hugo Barra. Diese Struktur dürfte nach der neuerlichen Justierung hinfällig sein.

Im Mai 2018 wurde die Oculus-Forschungsabteilung in Facebook Reality Labs umgewandelt. Der Oculus-Forschungschef Michael Abrash wechselte seine Position zum Leiter des neu formierten Realitätslabors.

Das Realitätslabor deckt laut Abrash das gesamte AR-VR-Spektrum ab. Er nimmt dabei schon die Facebook-Perspektive ein: “Wir unterstützten Oculus und Facebook insgesamt bei der Entwicklung von VR- und AR-Technologien, vom bezahlbaren Einsteigergerät bis hin zur Highend-Brille.”

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