Google könnte seiner Augmented-Reality-Initiative fürs Smartphone eine ausgewachsene AR-Brille beiseitestellen, die mit Microsofts Hololens konkurriert.

Die Webseite Winfuture berichtet, dass Google an einer autarken Augmented-Reality-Brille mit integriertem leistungsfähigen Computer arbeitet. Die Prozessoren soll der Chiphersteller Qualcomm zuliefern.

Der Prototyp hört intern auf den Namen A 65: Google soll das Gerät in Zusammenarbeit mit dem taiwanischen Fertigungsunternehmen Quanta bauen, das zuvor schon ein Pixel-Tablet produzierte und mit dem AR-Brillenhersteller Meta an einem neuen Projekt arbeitet. Die Entwicklung soll noch in einem frühen Stadium stecken, Gespräche laufen erst seit Anfang des Jahres.

Details zur technischen Funktion liegen Winfuture nicht vor. Unter anderem ist die Rede von “Kamerasensoren und Mikrofonen”, die zur Grundausstattung einer Augmented-Reality-Brille gehören. Als Prozessor soll der Qualcomm QSC603 zum Einsatz kommen, ein Ableger von Qualcomms bekannten Smartphone-Prozessoren der Snapdragon-Serie.

Winfuture bezieht diese Informationen aus Dokumenten eines am Entwicklungsprozess beteiligten Unternehmens und stuft sie als “vollkommen vertrauenswürdig” ein.

Googles AR-Brillen-Experimente sind keine Neuigkeit

Gerüchte über Google-Experimente mit AR-Brillen sind nicht neu: Schon vor rund zwei Jahren berichtete das Online-Magazin Engadget auf Basis von internen Google-Quellen über eine Highend-AR-Brille, die ohne Zuspieler auskommt.

Angeblich wurde für die Entwicklung eigens ein Team mit “handverlesenen Mitarbeitern” aufgebaut. Die Daydream-Plattform solle nur ein Sprungbrett sein für einen größeren “Hardware-Push” bei VR und AR. Womöglich ist der von Winfuture beschriebene A-65-Prototyp der aktuelle Entwicklungsstand dieses Teams.

Googles Hardware-Chef Rick Osterloh sagte im Februar 2018 im Gespräch mit dem Telegraph, dass sein Unternehmen mit Augmented Reality außerhalb des Smartphones experimentiert: “Wir versuchen herauszufinden, wie man Augmented Reality besser erleben kann als nur mit dem Smartphone.”

Sein Unternehmen betreibe viel Forschung, eine zeitnahe Produktankündigung solle man jedoch nicht erwarten. Es brauche noch Jahre, bis diese Technologien reif seien. “Wir werden langfristig investieren und irgendwann wird die Entwicklung mit den Vorstellungen der Menschen aufholen”, sagt Osterloh.

Mit einer Investition über mehr als eine halbe Milliarde US-Dollar gehört Google zu den größten Geldgebern von Magic Leap. Eine Enthusiasten-Version der Augmented-Reality-Brille soll im Laufe des Jahres erscheinen.

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Titelbild: Microsoft


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