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Bericht: HTC plant neue VR-Brille mit 4K-Auflösung für 2018

von Matthias Bastian18. November 2017

Laut einem Branchenbericht könnte eine 4K-Version von HTC Vive im kommenden Jahr erscheinen. Eine Überraschung wäre das nicht.

Der in Taiwan ansässige Tech-Nachrichtendienst Digitimes berichtet über ein mögliches Nachfolgemodell für HTC Vive: Dieses soll Ultra-HD-OLED-Screens mit einer Auflösung von 3840 × 2160 Bildpunkten verbaut haben und frühestens 2018 auf den Markt kommen. Außerdem soll in naher Zukunft der Preis für HTC Vive gesenkt werden. Eine erste Preissenkung über 200 Euro gab es im August.

Als möglichen Zulieferer für die 4K-Screens nennt Digitimes Samsung Display, das 2018 in kleiner Auflage mit der Produktion von 5,5 Zoll Ultra-HD-Panels starten soll. Chinesische Hersteller planten ebenfalls die Produktion von VR-Brillen-tauglichen 4K-Displays. HTC soll die Technologie und Hardware für eine Ultra-HD-Brille bereithaben.

HTC hat den chinesischen Markt fest im Griff

Laut Digitimes gingen in China im dritten Quartal 82 Prozent der verkauften PC-Brillen auf HTCs Konto. Die Konkurrenz der chinesischen Anbieter und Oculus verkaufen im Vergleich nur in homöopathischen Dosen. Allerdings zeigte Facebook bislang keinerlei Ambitionen, Oculus Rift im chinesischen Markt zu etablieren.

Mitte November kündigte HTC ergänzend zu HTC Vive die autarke VR-Brille Vive Focus an, die vorerst nur in China erscheinen wird und speziell im Bildungssektor etabliert werden soll. Da das Gerät sämtliche benötigte Hardware integriert hat, ist es sehr einfach in der Handhabung. Die für den Westen geplante autarke Daydream-Brille gemeinsam mit Google erscheint nicht mehr, eine westliche Version von Vive Focus ist aber nicht komplett vom Tisch.

HTC Vive 2: Gerüchte schon seit Mitte 2016

Gerüchte um eine neue Version von HTC Vive gibt es schon seit mehr als einem Jahr. Gegenüber Techcrunch sprach HTCs Viveport-Präsident Rikard Steiber im November 2016 über jährliche Innovationszyklen. Im August zuvor äußerte HTC-Manager Raymond Pao, dass ein mögliches Nachfolgemodell “nicht mehr nur für Spieler” sein solle.

Valve-Chef Gabe Newell sprach im Februar 2017 von Wireless-VR-Lösungen, die 2018 in das Nachfolgemodell von HTC Vive integriert sein könnten. Eine neue Version von HTC Vive im kommenden Jahr würde außerdem gut zu Valves Plänen passen: Das Unternehmen bringt 2018 die zweite Generation des Trackingsystems Lighthouse und neue 3D-Controller auf den Markt.

Eine Steam-Brille von LG wird ebenfalls für das kommende Jahr erwartet und wird Valves neue Hardware unterstützen. Spätestens dann muss HTC reagieren, um nicht zurückzufallen.

Gegenüber VRODO bestätigte Vives B2B-Manager Hervé Fontaine, dass HTC Valves neues Trackingsystem unterstützen wird: Die Technologie setze eine neue Generation Sensoren ein, die Ende des Jahres in Massenproduktion ginge. “Wenn wir ein neues Produkt kreieren, werden wir auf dieser zweiten Generation aufbauen”, so Fontaine.

Was plant Oculus?

Oculus-Manager Nate Mitchell sprach im Oktober über mögliche lineare Verbesserungen für einen Rift-Nachfolger: Es gäbe einen Enthusiasten-Markt für VR-Brillen der nächsten Generation, die eine höhere Auflösung, ein weiteres Sichtfeld und Drahtlos-VR bieten.

Bereits für 2018 angekündigt ist Oculus Go, eine autarke VR-Brille, die insbesondere für 360-Grad-Videos und -Fotos geeignet ist. Ein neues Linsensystem soll für eine hohe Bildqualität sorgen. Die Brille ist mit 200 US-Dollar recht günstig, einfach zu bedienen und soll so den Markt verbreitern. Allerdings bietet Go kein fortschrittliches Raumerfassungssystem und keine 3D-Controller. Die Anwendungsszenarien sind somit begrenzt.

Für 2019 plant Oculus die autarke VR-Brille “Santa Cruz”, die beim Tracking eine ähnlich hochwertige Erfahrung ermöglicht wie aktuelle PC-Brillen. Vorgestellt wurde der Prototyp erstmals 2016.

Trotz der Investitionen in autarke und mobile Systeme wird der PC-Markt laut Mitchell als Highend-VR-Plattform weiter bedient: “Der PC treibt die Entwicklung voran. Wir werden flexibler sein, was die Rechenleistung, die Kosten der VR-Brillen und die Installation von Sensoren betrifft.” Für Entwickler sei es sehr einfach, Software zu publizieren.

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