Die Nonprofit-KI-Organisation OpenAI zahlt jährliche Spitzengehälter von bis zu 1,9 Millionen US-Dollar. Große Konzerne sollen ein Vielfaches dieser Summe bieten.

Ilya Sutskever ist 32 Jahre alt, hält einen Ph.D in Computerwissenschaften und ist spezialisiert auf Deep-Learning-Verfahren. Bei OpenAI forscht er daran, wie Künstliche Intelligenz zum Wohle der Menschheit eingesetzt werden kann. In 2016 brachte ihm das inklusive Bonus 1,9 Millionen US-Dollar ein – wohlgemerkt bei einer Nonprofit-Organisation.

Ähnlich gut verdiente Ian Goodfellow, der von Google zu OpenAI und mittlerweile wieder zurück zu Google wechselte. Von März 2016 bis Ende des Jahres machte er rund 800.000 US-Dollar.

Der 33-jährige Goodfellow ist der Erfinder sogenannter GAN-Netze (Generative Adversarial Network), mit denen unter anderem realistische Videos und Fotos erzeugt werden können. Er und Sutskever haben einen bekannten Namen in der Branche, sind sozusagen KI-Stars.

Ähnlich ist es mit dem Robotik-Spezialisten Pieter Abbeel, der von seiner Professorenstelle an der Universität Kalifornien zu OpenAI wechselte. Er bekam von Juni 2016 bis Ende des Jahres 425.000 US-Dollar.

Die New York Times berichtet diese Zahlen, sie stammen von einem öffentlich einsehbaren Steuerbescheid von OpenAI. Die Zeitung geht davon aus, dass die Forscher bei einem Konzern deutlich mehr verdienen würden.

Der OpenAI-Forscher Wojciech Zaremba arbeitete als Praktikant bei Google und Facebook. Er bezeichnet die dort gezahlten KI-Gehälter als “völlig verrückt”. Zaremba nennt zwar keine genauen Zahlen, spricht aber davon, dass die ihm angebotenen Gehälter zwei bis drei Mal über seinem empfundenen Marktwert lagen.

Nur die Großen können diese Gehälter zahlen

Grund für die hohen Gehälter ist – natürlich – ein Engpass bei der Personalsituation. Laut einer Schätzung gibt es weltweit 22.000 KI-Spezialisten – doppelt so viele wie vor einem Jahr – aber das sind noch immer viel zu wenige. Es gebe eine “gigantische Nachfrage, aber kaum Nachschub”, sagt Chris Nicholson, Gründer des KI-Startups Skymind.

Eine besondere Herausforderung dürfte der Personalengpass für den öffentlichen Dienst, für Universitäten sowie für mittlere Unternehmen werden. Sie können diese hohen Gehälter nicht zahlen, sind aber ebenso auf KI-Experten angewiesen, um nicht zurückzufallen, beispielsweise bei der Automatisierung. Der technologische Vorsprung der großen Konzerne wie Google, Facebook, Amazon oder Apple könnte so uneinholbar werden.

Gegenüber der New York Times gibt Sutskever an, dass er Angebote von Konzernen abgelehnt habe, die um ein Vielfaches über seinem OpenAI-Gehalt gelegen hätten. Grund dafür ist die idealistische Mission des Instituts, das verspricht, dass die KI-Forschung veröffentlicht wird und der Allgemeinheit zugute kommt. Andere hätten sich ebenso entschieden, so Sutskever.

| FEATURED IMAGE: OTA Photos bei Flickr. Lizenziert nach CC BY-SA 2.0.

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