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Bericht: Magic Leap schlechter als Hololens, neue Klage

von Matthias Bastian14. Februar 2017

Die negativen Nachrichten rund um Magic Leap reißen nicht ab. Dabei steht das Augmented-Reality-Startup in dieser Woche auf dem Prüfstand.

In einer Aufsichtsratssitzung kommen die Investoren von Magic Leap zusammen und überprüfen den Fortschritt bei der Produktentwicklung. Mindestens einer der einflussreichen Entscheider scheint dem Unternehmen nicht mehr wohlgesonnen.

Eine Quelle äußert sich anonym gegenüber der Webseite Venturebeat. “Sie sind so zerstreut und dünn aufgestellt. Sie machen tausend Sachen schlecht. Sie sollten drei oder vier Dinge richtig gut machen.” Magic Leap sei schlechter als Hololens, obwohl das Gerät zwei Jahre später dran sei. “Es wird nicht genauso gut sein, wenn sie es launchen.”

Hinzu kommt ein weiteres Problem bei der Entwicklung: Angeblich nutzt Magic Leap einen Parker-Prozessor von Nvidia, den Nachfolger zum Tegra-Chip, der in vielen mobilen Geräten verbaut ist. Laut dem Bericht haben Entwickler noch keinen Zugriff auf die neue Hardware und können daher keine Software für Magic Leap programmieren.

Es sei unwahrscheinlich, dass Magic Leap noch in diesem Jahr in den Verkauf gehen könne. Das wiederum verärgere die Investoren mächtig: Magic Leap beschäftigt über 1.000 Mitarbeiter und verursacht so enorme Kosten. Angeblich zwingen die Investoren Magic Leap dazu, ein Gerät zu veröffentlichen, das weit weg sei von der ursprünglichen Vision.

“Magic Leap ist weit davon entfernt, ein Produkt zu bringen, das den AR-Markt im Sturm erobert”, sagt der Analyst Richard Windsor von Edison Investment Research. Ein Problem sei das jedoch nicht, vorerst würden sich alle AR-Unternehmen auf den industriellen Sektor konzentrieren.

“Er ist unfähig, Entscheidungen zu treffen”

Tannen Campbell arbeitete als Vizepräsidentin im strategischen Marketing für Magic Leap. Sie wurde am 20. Dezember 2016 gefeuert. Laut einem Bericht von Forbes verklagt sie ihren ehemaligen Arbeitgeber wegen Diskriminierung in einem sexistischen Arbeitsumfeld.

Campbell behauptet, dass Magic Leap bewusst mit Marketingmaterial gearbeitet habe, das die Öffentlichkeit täuschen sollte. Die männlichen Kollegen hätten ihre Warnungen ignoriert und die irreführende Werbung als “inspirierend” bezeichnet.

“Das einzige, was den Ingenieuren und den zahlreichen anderen Männern bei Magic Leap einfiel, um das Gerät frauenfreundlicher zu machen, war eine Version in Pink”, heißt es in der Anklage. Unter anderem seien sexistische Anmerkungen des Magic Leap Finanzchefs Scott Henry während einer Telefonkonferenz mit der betreuenden Werbeagentur ohne Konsequenz geblieben.

Abovitz sei unfähig, Entscheidungen zu treffen, so die Klägerin. Stattdessen würde er Dinge aufschieben, mehr Meetings einberufen und mehr Mitarbeiter einem Problem zuweisen. Daher sei Magic Leap nicht dazu in der Lage, ein Produkt auf den Markt zu bringen.

| Featured Image: Magic Leap

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