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Bericht: Neue Oculus-Brille “Pacific” kommt 2018, kostet 200 US-Dollar *Update*

von Tomislav Bezmalinovic16. Juli 2017

Update vom 16. Juli 2017:

Laut einem ergänzenden Bericht der Webseite Ars Technica investiert Oculus “signifikant” in autarke VR-Brillen in verschiedenen Preis- und Funktionklassen, darunter auch solche mit Raumtracking (bekannt ist der Prototyp Santa Cruz).

Diese Geräte seien nicht dafür gedacht, die PC-Erfahrung mit Oculus Rift oder die mobile Variante mit dem Smartphone zu ersetzen. Stattdessen soll mit den vergleichsweise günstigen und einfach zu nutzenden VR-Brillen eine größere Zielgruppe erreicht werden.

Strategisch passt das zu Facebooks Neuausrichtung von Oculus VR aus dem vergangenen Dezember in eine Mobile- und Highend-VR-Abteilung. Smartphone-VR-Brillen und PC-Brillen sollen zukünftig mit autarken VR-Geräten am Markt koexistieren.

Google bringt ergänzend zur Smartphone-Brille Daydream in den kommenden Wochen ebenfalls autarke Brillen auf den Markt, die dasselbe Ökosystem nutzen. Das Unternehmen bietet zwar noch keine Highend-Brille an, sehr wohl aber Software, die für Highend-Virtual-Reality entwickelt und veröffentlicht wurde (Earth VR, Google Blocks).

Ursprünglicher Artikel: Bericht: Neue Oculus-Brille “Pacific” kommt 2018, kostet 200 US-Dollar

Laut einem Bericht von Bloomberg will Oculus nächstes Jahr eine autarke VR-Brille auf den Markt bringen, die lediglich 200 US-Dollar kostet. Hierbei handelt es sich nicht um den Santa-Cruz-Prototyp, der letzten Oktober erstmals vorgestellt wurde.

Der Codename der neuen VR-Brille soll “Pacific” lauten, wie Bloomberg unter Berufung auf eine anonyme Quelle berichtet. Sie solle einer kompakteren Version der Oculus Rift gleichen und leichter sein als Samsung Gear VR, dabei aber kein Smartphone als Zuspielgerät benötigen und alle zum Betrieb nötigen Komponenten verbaut haben.

Die VR-Brille soll auf einen Snapdragon-Chip von Qualcomm zurückgreifen, aber kein räumliches Tracking unterstützen. Damit dürfte sich das Gerät auf dem technologischen Stand von Samsung Gear VR und Daydream View bewegen, die ebenfalls keine Bewegungen in die Tiefe erfassen können.

Dementsprechend werden der VR-Brille auch keine 3D-Controller wie Oculus Touch beiliegen, sondern wie bei den oben genannten Smartphone-Halterungen eine Fernbedienung, die Bewegungen auf einer zweidimensionalen Achse erfasst. Laut der Quelle wird eine zukünftige Version der VR-Brille räumliches Tracking unterstützen.

Xiaomi als Hardware-Partner

Bloomberg berichtet weiter, dass das chinesische Unternehmen Xiaomi und dessen Netzwerk von Hardwareherstellern die VR-Brille produzieren werden. Die VR-Brille soll weltweit als Oculus-Produkt vermarktet werden, außer in China, wo sie als Xiaomi-Produkt auf den Markt kommt und eine Reihe von Apps des Smartphone-Herstellers unterstützen wird.

Der Deal könnte über Hugo Barra zustande gekommen sein. Barra war vier Jahre lang Vizepräsident von Xiaomi und wechselte Anfang des Jahres zu Oculus, wo er seither dieselbe Stellung innehat. Oculus, Xiaomi und Qualcomm bestätigten nicht, ob der Bericht den Tatsachen entspricht.

Oculus arbeitet weiter an Santa Cruz

Da die VR-Brille kein räumliches Tracking unterstützen und lediglich für 200 US-Dollar verkauft werden soll, dürfte es sich mit ziemlicher Sicherheit nicht um den Santa-Cruz-Prototyp handeln, den Oculus letzten Oktober vorgestellt hatte (siehe Artikelbild). Laut UploadVR soll Oculus weiterhin an der autarken VR-Brille arbeiten und Oculus Rift nicht durch den Santa-Cruz-Prototypen ersetzen wollen.

Laut Bloombergs Quelle wird Oculus die 200 US-Dollar teure VR-Brille im Oktober auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz Oculus Connect 4 vorstellen, sodass Spielentwickler ihre Anwendungen mit dem neuen Gerät kompatibel machen können, bevor die neue VR-Brille auf den Markt kommt und der überarbeitete App Store eröffnet wird.

HTC und Lenovo wollen in Zusammenarbeit mit Google noch dieses Jahr ebenfalls autarke Daydream-Brillen auf den Markt bringen. Diese beherrschen zwar räumliches Tracking, sollen jedoch zwischen 500 und 900 Euro kosten.

| Featured Image: Oculus | Source: Bloomberg